Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Am Tag des großen Börsenkrachs 1929 trifft Joseph Mitchell in New York ein. Er ist ganze einundzwanzig Jahre alt. Als Reporter für The Herald Tribune und The World-Telegram berichtet er bald über Sportereignisse, Mordprozesse, Unfälle, Trivialitäten - und über seine Lieblingsthemen: Randexistenzen, Spinner, Exzentriker. Ob es eine Preisboxerin ist, ein hochintelligenter Gangster oder ein Voodoo-Zauberer, die Ausläufer der italienischen Anarchistenbewegung, der Lindbergh-Prozess oder Burlesque-Clubs: Sie alle schildert Joseph Mitchell mit Enthusiasmus, Empathie, einer ordentlichen Portion Humor und großer Detailfreude. So entsteht ein vielstimmiges Panorama des New Yorker Stadtlebens aus der Zeit der Großen Depression.
Rezensent Klaus Bittermann im verruchten Metropolenglück, wie es nur das alte, längst nicht mehr existente New York zu Zeiten der Großen Depression zu bieten hatte: Joseph Mitchell will in seinen klassischen Reportagen nichts von der feinen Gesellschaft wissen, sondern forscht herzhaft in den zwielichtigen Ecken der Stadt. Seine Gesprächspartner sind Broadway-Promoter, Burlesque-Tänzerinnen, Göttinnen des Fächertanzes, Barmänner und Anarchisten oder kurz: "Gestrandete, Exzentriker und Spinner", schwärmt Bittermann, der liebend gerne in den selben Etablissements wie Mitchell verkehren würde. Aber auch jenseits solcher Verheißungen urbaner Abenteuer überzeugen Mitchells Artikel, schreibt der Kritiker: Sie sind genau beobachtet, stilistisch geradlinig und doch von einiger Eleganz, sie katapultieren den Leser schon im ersten Satz mitten in eine "verrückte Geschichte" und ziehen einen dann, wie Bittermanns Rezension eindrucksvoll belegt, völlig in den Bann.
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