Nachdem Josef Winkler am 1. November 2008 in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis entgegengenommen hatte, hielt er zum Dank eine Rede, aus der dieses Buch entstand. Es gibt Antwort auf einige Fragen: Josef Winkler, wer ist das? Wo kommt er her? Was hat ihn geprägt? Wie ist er zum Schriftsteller geworden? Warum schämt er sich seit kurzem nicht mehr, wenn er nicht jeden Tag an Selbstmord denkt?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2012
Zwischen all dem Dorfwahnsinn, den Selbstmördern und Engeln und schroffen Vätern beim obsessiven Schreiber Josef Winkler entdeckt Ina Hartwig doch tatsächlich eine zärtliche Schicht. Im Vergleich der autobiografischen Seiten des Buches mit den beiden in die Erzählung eingewobenen Porträts Jean Genets und Chaim Soutines erkennt sie den Unterschied zwischen den beiden vaterlosen Gesellen der Kunst- und Literaturgeschichte und Winklers später fast versöhnlicher Rückkehr zum Vater und Vaterhaus. Der Rest ist freilich gewohnt unerhört, wie Hartwig konstatiert: Barock, fordernd, wieder und wieder um die alten Themen kreisend, ums Ich, alles im hohen Ton, den man nicht mögen muss, das gesteht Hartwig uns freimütig zu. Aber Respekt zollen, findet sie, sollten wir dem schon.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2011
Ein bisschen veräppelt fühlt er sich manchmal, Friedmar Apel, und das liegt gar nicht am Namen. Sondern daran, wie der Winkler Josef hier kurzweilig seine Anekdoten entspinnt übers Sterben und den Tod, etwa indem er Genet zitiert, wie der über den Tod der Schwester spricht, und dann wieder etwas ganz anderes anbringt, den Tod von Winklers Opa zum Beispiel. Die Form der Todesanekdote passt zu Winkler aber wie ein draufgeschneiderter Anzug, findet Apel, der natürlich seinen Autor kennt. Auch wenn der jetzt immer populärer und komischer schreibt, wie Apel leicht irritiert feststellt. Der Tod lässt Winkler ja dennoch nicht los, scheint es. Gut so, findet Apel, es lebe der Tod.
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