Herausgegeben von Nicolas Braun. Mit einem Vorwort von Günter Patzig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2002
Josef König hat diese Einführung als Vorlesung gehalten - und zwar im Sommersemester 1944, während eines überraschenden Urlaubs von der Front. Vom Krieg und den bewegten Zeiten ist, wie der Rezensent Ansgar Kemman etwas verwundert bemerkt, im Text kaum etwas zu spüren (aber gerade das, mutmaßt der Herausgeber Günter Patzig, könne vielleicht als "politisches Signal" verstanden werden). Von Aristoteles lernen heißt für König Philosophieren lernen, und zwar nicht in sklavischem Glauben an sein Wort. Die Frage: "Aber stimmt nun, was Aristoteles sagt?" sei durchaus erlaubt. Die eigentliche Qualität des Denkens des antiken Philosophen liegt nicht in erster Linie, so König, in den Ergebnissen, zu denen er gelangt. Gültig bleibe eher das Bemühen um die Klarheit des Begriffs, das "tiefe Handwerk" des Denkers. Erwähnt, aber so wenig wie das Buch selbst explizit beurteilt, wird vom Rezensenten das "ausführliche editorische Nachwort", das den Band ergänzt.
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