Jordi Soler

Das Bärenfest

Roman
Cover: Das Bärenfest
Albrecht Knaus Verlag, München 2011
ISBN 9783813503876
Gebunden, 224 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Was machen Menschen, die alles verloren haben, Heimat, Familie, Überzeugungen? Im Lauf des Jahres 1939 stoßen in den Pyrenäen aus entgegengesetzten Richtungen kommend zahllose Menschen aufeinander, denen eben dies widerfahren ist. Während von der spanischen Seite aus Bürgerkriegsflüchtlinge versuchen, sich nach Frankreich zu retten, fliehen aus der Gegenrichtung immer häufiger Menschen vor den Nazis. Viele von ihnen verlieren elend ihr Leben. Auch Oriol. In seiner Familie wird er seither wie ein Heiliger verehrt. Bis einem Großneffen ein Gerücht zugetragen wird. Nach abenteuerlichen Recherchen steht er schließlich vor dem Mann, der angeblich seit siebzig Jahren tot ist. Und der damals in aussichtsloser Lage alle Prägungen der Zivilisation abgestreift hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2012

Die Auflösung am Schluss kann der Rezensent schon nicht mehr genießen. Da hat ihn Jordi Soler, der mexikanische Autor mit katalanischen Wurzeln, schon zu lange an der Nase herumgeführt, hat ihm mal einen spannungsreichen Krimi, mal (s)eine tief in die Vergangenheit herabreichende Familiengeschichte und deren Degeneration erzählt. Und hat unterwegs allzu viele Metaphern ausgestreut, auf der Spurensuche nach dem verschollenen, beinahe mythischen Onkel Oriol in den Pyrenäen und bei der Erkundung Spaniens unter Franco. Für Florian Borchmeyer zu viel des Guten. Auch die stilsichere Übersetzung durch Peter Kultzen kann ihm die Beschwerlichkeit der Lektüre kaum mildern.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2011

Auf das Tier im Manne stößt Jeannette Villachica in diesem autobiografischen Roman von Jordi Solers, dessen dreiteilige Familienchronik damit abgeschlossen wird. Das Buch führt die Rezensentin über die darin geäußerten Erinnerungen, Hoffnungen und Realitäten hin zu Solers eigener Wahrheit, ist für sie Dokumentation und historischer Roman, Reisereportage und Thriller in einem. Angelegt als Entmystifizierung einer Familienikone im Dunstkreis des Bürgerkriegs, sieht Villachica den Roman vor allem auch als Selbstbefragung des Autors. Etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen ihr Solers Neigung zum Moralisieren und Dramatisieren. Atmosphärisch dicht und klug komponiert findet sie ihn aber auch.

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