John Updike

Bech in Bedrängnis

Fast ein Roman
Cover: Bech in Bedrängnis
Rowohlt Verlag, Reinbek 2000
ISBN 9783499227189
Paperback, 283 Seiten, 13,29 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Helmut Frielinghaus. Ein einziges Mal hat Henry Bech einen brillanten Roman geschrieben und fortan nur noch Mittelmaß produziert. Dennoch wuchs sein Ruhm. Gleichwohl bleibt Bech empfindlich bei Verrissen. Beim Warten auf die U-Bahn kann er endlich seinen alten Traum vom perfekten Mord ausleben. Das Opfer: sein schärfster Kritiker ...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.02.2001

Gerrit Bartels weist in seiner kurzen Kritik zunächst darauf hin, dass es sich hier nicht um den ersten Roman Updikes über seine Figur Henry Bech handelt, den man nach Bartels als eine Gegenfigur Updikes zu sich selbst ansehen muss - denn auch Bech ist Schriftsteller, wenn auch einer mit Schreibblockade. Bartels erkennt in dem Roman auch so manche schriftstellerische Wunscherfüllung Updikes, denn Bech hat offensichtlich keine Bedenken, missliebige Kritiker um die Ecke zu bringen und erhält am Ende außerdem den Nobelpreis. Und darauf wartet auch Updike. Insgesamt bleibt Bartels Kritik dieser "Parodie auf den Literaturbetrieb" aber doch recht lauwarm.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.12.2000

Damit wir bei diesem "Updike" nicht unvermittelt einschlafen, gibt uns K. H. Kramberg den praktischen wie, bei einem Buch von "nur" 284 Seiten zumal, höchst beunruhigenden Rat, unsere Lektüre gleich auf Seite 249 zu beginnen. Auf diese Weise entgingen wir den vielen "mehr oder minder gleichgültigen, jedenfalls entbehrlichen Romanepisoden", schreibt er, und landeten direkt in Schweden, Stockholm. An dieser Stelle im Buch dann, in ehrfurchtgebietender Anwesenheit des Nobelkomitees sozusagen, vor das es den eher mittelmäßigen Schriftsteller-Helden des Romans überraschenderweise verschlägt, wie wir lesen, läuft der Autor aber doch noch zu Hochform auf: "Fabelhaft pfiffig, schlicht zum Tränenlachen", was sich Updike da habe einfallen lassen. Aber dann ist es auch schon zu Ende, "Bech in Bedrängnis" - eben bloß "fast ein Roman".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.10.2000

Denis Scheck bespricht zwei neu erschienene Romane von John Updike. Sein Urteil könnte unterschiedlicher kaum ausfallen.
1) "Gegen Ende der Zeit"
Diesen Roman bewertet der Rezensent als Tiefpunkt in Updikes Oeuvre. Ein "griesgrämiges Altmännerbuch" sei diese Geschichte um den 66-jährigen Börsenmakler Ben Turnbull. Scheck zitiert eine Passage aus dem Roman, in der Turnball von einer prächtigen Erektion träumt, aufwacht, seinen `armen Schwanz, rot und schlapp wie ein Hahnenkamm` betrachtet und sich verzweifelt fragt: `Wie hat ein so überflüssiges Anhängsel jemals der Nabel meiner Welt sein können?` Leider versuche Updike nicht einmal, auf diese Frage eine Antwort zu geben, kritisiert Scheck. Noch mehr schadet dem Roman seiner Ansicht nach die Verlegung der Handlung ins Jahr 2020. Dass Updike Turnbulls "morose Meditationen über die eigene Vergänglichkeit" mit einer Geschichte vom drohenden Weltuntergang verknüpft, scheint Scheck ziemlich eitel zu finden.
2) "Bech in Bedrängnis"
Dieses Buch hingegen hat Scheck so gut gefallen, dass er zum Ende seiner Rezension Updike sogar den Nobelpreis gönnt. `Fast ein Roman` - so der Untertitel - sind die fünf Erzählungen über den Schriftsteller Henry Bech, der eine radikale Verwandlung durchläuft: vom "sanftmütigen Festschriftenautor zum Kritiker mordenden Rächer aller verkannten Künstler dieser Welt", so Scheck. Updike habe Bech schon in zwei Romanen als sein Alter ego auftreten lassen, aber nie vorher habe er "dieser Figur größeren Freiraum gegeben als in dieser scharfzüngigen Abrechnung mit dem internationalen Kunst- und Literaturbetrieb".
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