John Michell

Wer schrieb Shakespeare?

Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783861503682
Gebunden, 368 Seiten, 18,40 EUR

Klappentext

Deutsch von Reinhard Kaiser. 116 Bilder. War der berühmteste Dichter und Dramatiker aller Zeiten ein Betrüger und Plagiator? War Shakespeare nur das Pseudonym für eine bekannte Person der Zeitgeschichte? Natürlich gibt es auch weiterhin die Auffassung, Shakespeare sei ein Schauspieler und Geschäftsmann aus Stratford-upon-Avon gewesen. Aber die Fakten, die diese Sicht der Dinge stützen, sind eher mager und wollen nicht so recht zu dem gebildeten, weltgewandten Geist passen, so wie er uns in seinen Sonetten und Dramen entgegentritt: als universales Genie und brillanter Stilist. Wissenschaftler, Exzentriker und Spezialisten aller Fachrichtungen haben Jahre auf die Suche nach der Wahrheit verwendet. John Michell untersucht Fakten und Argumente der unterschiedlichen Parteien und nähert sich einer Antwort an: Wer schrieb Shakespeare?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2002

Um Shakespeares wahre Identität ranken sich bekanntlich eine ganze Reihe von Mythen, die die Shakespeare-Forschung immer wieder in Atem halten. Die Identität des Autors einerseits und die Autorschaft andererseits wurden oft als ungesichert oder sogar als fiktionales Konstrukt präsentiert. Unter dem Titel "Wer schrieb Shakespeare?" hat John Michell nun die diversen Theorien über die historische Figur William Shakespeare und die Theorien über den Dichter zusammengetragen, notiert Rezensentin Stefana Sabin. Wie sie ausführt, stellt Michell in seinem Buch das grundsätzliche Problem von Shakespeares Identität dar, liefert einen Überblick über den Stand des Identitätsspiels und unterzieht die geläufigen Thesen einer Plausibilitätsprüfung. Dabei vermeide es der Autor, Position zu beziehen und sich eine der dargestellten Theorien zu eigen zu machen. Entstanden ist eine "amüsante literaturhistorische Untersuchung", die nicht zuletzt durch ihren "feuilletonistischen und ironischen Ton" gefällt, freut sich die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2002

Tobias Döring vergleicht die Jagd nach dem wahren Shakespeare (war es Sir Francis Bacon, Edward de Vere, der Earl of Oxford oder gar Christopher Marlowe?) mit Edgar Wallaces Krimi "Der Hexer". Es gebe zwar heute immer noch keine neuen Erkenntnisse, weder hätte sich der "Kreis der Verdächtigen", die in Frage kommen, vergrößert, noch seien neue Schlussfolgerungen aus den Texten zu ziehen, gibt der Rezensent zu bedenken. Doch er hat in dem Buch des britischen Autors noch einmal alle Behauptungen über die wahre Identität Shakespeares "umfassend nachlesen" können, was er offensichtlich genossen hat.
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