Aus dem Englischen von Joachim Schulte. Mit einer Einleitung von Axel Honneth und Martin Seel. John McDowell zählt seit dem Erscheinen seines Buches "Geist und Welt" zu den angesehensten Autoren innerhalb der angelsächsischen Philosophie. Während sein bisheriges Hauptwerk sich primär mit erkenntnistheoretischen Fragen beschäftigt, hat er in einer Reihe von Abhandlungen auch einen bedeutenden Beitrag zur Moralphilosophie entwickelt, der in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist. Der vorliegende Band versammelt nun die wichtigsten Aufsätze, die John McDowell in den letzten zwei Jahrzehnten zum Entwurf einer Moralphilosophie verfasst hat. Sie geben einen originellen Ansatz zu erkennen, der aus der Widerlegung festgefahrener Alternativen in der Ethik zur Wiederbelebung eines Wertrealismus gelangt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2002
Da moralische Fragen stets auch grundlegende theoretische Probleme berühren, wie Ludger Heidbrink anmerkt, hält der Rezensent diesen Auswahlband moralphilosophischer Aufsätze John McDowells für willkommen und setzt uns die "eigenwillige Spielart des 'ethischen Realismus'" des Pittsburger Philosophen, die "auf subtile und raffinierte Weise" einen situativen Handlungsbegriff mit der "Möglichkeit der begründeten Stellungnahme zu unseren moralischen Entscheidungen" verbindet. Dumm nur, dass McDowells Ersetzung des moralischen "Präskriptivismus" und "Relativismus" durch ein in kulturell imprägnierten Wertbeständen verankertes, immanentes Begründungsrezept praktischen Handelns am Ende mehr Unklarheiten erzeugt als beseitigt. Es fehlt, so Heidbrink, ein anthropologischer Unterbau, eine Kulturtheorie des organischen Menschen, die die Objektivität der Werte im Resonanzraum der Person widerhallen ließe. So aber erscheinen die Aufsätze "klar in der Durchführung und schwer verständlich im Detail".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2002
1998 im Original erschienen, sind diese Aufsätze dem Rezensenten auch heute noch ein Rätsel. Zwar erkennt Manfred Geier das zentrale moralphilosophische Anliegen des Autors, das Verhältnis zwischen Vernunft, Werten und Wirklichkeit zu klären und die spaltende Opposition zwischen diesen Größen und der Natur zu unterlaufen, McDowell aber hält er für einen jener Rudelphilosophen, die nichts anderes tun, als "interne Gespräche" mit Kollegen zu führen. "Beiträge zu einer gemeinsamen Jagd nach den besten Argumenten" sind das, schreibt Geier durchaus anerkennend zwar, aber zugleich darauf hinweisend, dass eben darin die Begrenztheit des Unternehmens liegt. Man muss wissen, was all die anderen denken, mit denen McDowell kommuniziert (neben Kant und Aristoteles sind das zum Beispiel Philippa Foot und Bernard Williams), warnt Geier selbst den moraltheoretisch interessierten Leser, sonst erscheinen des Autors Interventionen "wie sophistische Haarspaltereien" und verlieren an Klarheit und Relevanz.
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