Aus dem Amerikanischen von Joachim Schulte. Cora Diamonds einflußreiche Aufsätze zur Moralphilosophie sind ein beeindruckendes Zeugnis einer "Ethik nach Wittgenstein", dessen vielleicht originellste Interpretin die amerikanische Philosophin ist. Eine repräsentative Auswahl ihrer Texte liegt nun erstmals in deutscher Sprache vor. Darin befreit Diamond die Moralphilosophie aus dem Prokrustesbett spezialistischer Theorien, deren vermeintlich präzise Begrifflichkeit den Blick für die Vielfalt und die Bedeutung des Ethischen in unserem Leben oft gerade verstellt. In einer seltenen Mischung aus gedanklicher Klarheit und lebensweltlicher Nähe zeigt sie, daß es nicht so sehr darum geht, ethische Probleme zu "lösen", sondern das, was dabei auf dem Spiel steht, besser zu verstehen. Das belegen insbesondere ihre berühmten Arbeiten zum Verhältnis von Mensch und Tier, die einen Schwerpunkt dieses Bandes ausmachen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2012
An der Aufsatzsammlung der amerikanischen Philosophin Cora Diamond hat Dominik Perler einiges auszusetzen. Nicht dass die These von der gefühlsbasierten Handlung nicht neu ist, stört ihn, die Autorin geht auch über diese Tradition hinaus, erklärt er. Die detaillierten Fallbeschreibungen, anhand derer Diamond Haltungen beschreibt, und ihre Kritik an einem Intellektualismus der allgemeinen Prinzipien, lassen Perler vielmehr bald die Grenzen dieses Ansatzes erkennen. Den von der Autorin nahegelegten Abschied von einer Prinzipienethik beim Umgang mit Tieren etwa kann Perler nicht nachvollziehen. Zu unzuverlässig scheint ihm eine individuelle Sensibilität, die in der Vorstellung der Autorin, wie er schreibt, idealerweise auch noch von jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis frei sein soll.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2012
Die von Joachim Schulte, wie der Rezensent versichert, bestechend genau übersetzte Sammlung von Aufsätzen der amerikanischen Philosophin Cora Diamond, hält Uwe Justus Wenzel im Wesentlichen für Philosophie für Philosophen. Heißt: Die Autorin mutet dem Leser Einiges zu. Besonders die Umständlichkeit ihres Schreibens, das jähe Auf- und Abtauchen der Gedanken, oder auch: Lust zur Abschweifung, wie Wenzel schreibt, hat ihm zu schaffen gemacht. Eine 1A-Einführung in zumindest einen der enthaltenen Texte ("Fleisch essen und Menschen essen") vermag Wenzel dennoch zu liefern. Darin schreibt die Autorin gegen die sogenannten Tierrechte als Argument des Vegetariers an. Kein Recht sei es schließlich, das uns dazu bewege einander nicht aufzuessen. Sondern? Sondern, so gibt Wenzel die Autorin wieder, wir tun es einfach nicht.
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