Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Mitte der dreißiger Jahre reist Tom Stewart, ein junger Engländer, der das Abenteuer sucht, nach Hongkong. Aus der Zufallsbegegnung mit der jungen chinesischen Nonne Maria, die ihm auf dem Schiff Sprachunterricht gibt, wird eine lebenslange Freundschaft - und mehr als das. Tom ist bereits zum Hotelbesitzer avanciert, als auch in der scheinbar idyllischen Kronkolonie der Zweite Weltkrieg ausbricht. Auf der Flucht vor der Japanischen Armee treffen Tom und Maria einander wieder.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2004
Thomas David kann dem jüngsten Roman des britischen Autors John Lanchester nichts abgewinnen und hält auch mit seiner Enttäuschung nicht hinter den Berg. "Hotel Empire - Hongkong" handelt vom Aufstieg der ehrgeizigen Journalistin Dawn Stone, die mit ihren Reportagen in Hongkong "Aufsehen" erregt. Daneben werden die Geschichten von Tom Stewart, Sohn eines englischen Kneipenbesitzers, seinem Enkel Matthew Ho erzählt und einer chinesischen Nonne erzählt, erklärt der Rezensent. Die eigentliche "Hauptfigur" aber, stellt er fest, ist die ehemalige britische Kolonie und ihre Geschichte vom Zweiten Weltkrieg bis zu ihrer Rückgabe an China. David hätte sich "ein wenig mehr Begeisterung und Panik" in der Darstellung der Schicksale der Protagonisten gewünscht, und er stört sich an dem " Desinteresse", das der Autor offenbar an seinen Figuren hat. So gerate der Roman zum bloßen "Nacheinander" einzelner Geschichten, bei denen es nicht gelinge, die "Fremdheit" Hongkongs angemessen einzufangen, kritisiert der Rezensent. Das hätte er von dem Autor, der ihn mit seinen vorangegangenen Büchern durchaus beeindruckt hat, nicht erwartete und so zeigt er sich von diesem "Misserfolg" enttäuscht und überrascht.
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