John Keegan

Der amerikanische Bürgerkrieg

Cover: Der amerikanische Bürgerkrieg
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783871346682
Gebunden, 512 Seiten, 26,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Es war das größte Blutvergießen, das die Menschheit bis dahin erlebt hatte: Mit über 700 000 gefallenen Soldaten war der amerikanische Bürgerkrieg blutiger und verlustreicher als alle Kriege zusammen, die die USA seither geführt haben. Und was seine Brutalität und Totalität angeht, nahm er sogar die Schrecken des Ersten Weltkriegs vorweg. Für John Keegan ist dieser Konflikt schlichtweg der erste moderne Krieg und zugleich "der wichtigste ideologische Kampf der Weltgeschichte". In seinem Buch schildert er nicht nur die Vorgeschichte des Bürgerkriegs, die großen Ereignisse und Schlachten, und welche Folgen sie hatten er widmet sich genauso den Protagonisten wie Abraham Lincoln, Robert E. Lee oder Ulysses Grant. Dabei geht es ihm neben der profunden militärhistorischen Analyse auch um die politischen Dimensionen und die menschlichen Erschütterungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2011

Enttäuschung macht sich breit bei Joachim Käppner. Nicht das erwartete große Buch über den ersten modernen Krieg, den amerikanischen Bürgerkrieg von 1861, hält er hier in Händen. Zeitdruck, so mutmaßt er, haben den großen Schlachtenmaler John Keegan seiner eigenen Fähigkeiten beraubt, ein ganzheitliches Bild zu liefern nämlich, Opferperspektive inklusive. Auch die Amerikaner haben das Buch 2010 verhalten aufgenommen, schreibt Käppner und stellt fest, dass immerhin viele Flüchtigkeitsfehler in der deutschen Übersetzung getilgt werden konnten. Doch das reicht nicht. Das Buch findet er oft trocken, sogar eintönig und ohne die vom Autor gewohnte menschliche Dimension, ohne historische Analysen auch. Interessante Gedanken wie den vom ideologischen Gehalt dieses Krieges, so Käppner, führe der Autor nicht aus. Einzig gegen Schluss scheint er für ihn seine Stärke zu zeigen, in den Porträts der Generalität etwa. Für Käppner gilt darum: Kein schlechtes Buch, doch weit unter Erwartung. Vorzuziehen sei dem James McPhersons "Battle Cry of Freedom" von 1988.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2011

Über Wegweisendes zur "Kultur" des Krieges erfährt Thomas Speckmann in John Keegans Geschichte des Amerikansichen Bürgerkriegs. Wie ging es zu auf den Schlachtfeldern zwischen Nord- und Südstaatlern, wie wurde gekämpft (mit dem Gewehr vor allem), woran wurde gestorben (an Krankheiten, an Schwäche), wie verteidigte man sich (in Schützengräben liegend)? Umfassend wird Speckmann informiert, aber auch anschaulich. Und dass sich der US-Bürgerkrieg mit Vietnam vergleichen lässt, hat er auch noch nicht gewusst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Dies ist kein Hauptwerk des britischen Militärhistorikers John Keegan und wenn man Andreas Kilbs Rezension dieses Bandes zuende gelesen hat, versteht man, dass das nach dessen Ansicht fast noch zu freundlich formuliert wäre. Die Fakten, die im englischen Original teils nicht stimmten, sind nun für die deutsche Ausgabe immerhin korrigiert. In den Bewertungen von Feldherrengeschick und Schlachtenglück freilich (und um Kriegs- als Ereignisgeschichte dieser Machart geht es hier ohnehin in erster Linie) verweist Kilb auf einen Widerspruch nach dem anderen. An "Kasino-Geraune" fehlt es so wenig wie an damit verbundenen Sprüchen über Südstaatenfrauen, die von den Männern bis heute "bewundert" würden aufgrund ihrer "Weiblichkeit und lebhaften Wesensart". Der Rezensent weist zuletzt freundlich darauf hin, dass es deutlich bessere Werke zum Thema gibt.
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