John Glassie

Der letzte Mann, der alles wusste

Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher
Cover: Der letzte Mann, der alles wusste
Berlin Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783827011732
Gebunden, 352 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt. John Glassie erzählt die abenteuerliche Geschichte des Athanasius Kircher: dem Sohn eines Dorflehrers aus der Rhön, der es im 17. Jahrhundert erst zum Mathematikprofessor brachte, dann zum bedeutendsten Gelehrten des Vatikan und schließlich zum bekanntesten Wissenschaftler seiner Zeit. Und der entweder ein großes Genie oder ein liebenswerter Spinner war. Oder womöglich sogar beides?
Kirchers Neugier kannte keine Grenzen: Er war Erfinder, Biologe, Ägyptologe, Mediziner, Astronom, Musikwissenschaftler, Archäologe, Geograph und Autor von über 40 umfangreichen wissenschaftlichen Werken. Zur Überprüfung seiner Vulkanismus-Theorie ließ er sich in den Krater des Vesuv abseilen, und er war der Erste, der Krankheiten wie die Pest auf Mikroorganismen zurückführte. Sein Museum Kircherianum in Rom ist eine barocke Wunderkammer, die sprechende Statuen, einen Vorläufer des Filmprojektors, den Schwanz einer Meerjungfrau, einen Stein des Turms von Babel und ein "Perpetuum Mobile" enthielt. In ganz Europa eine Koryphäe, verkehrte Kircher mit Päpsten und korrespondierte mit den großen Meistern des Barock. Doch mit den Vorboten der Aufklärung begann sein Stern zu sinken ...
Hochunterhaltsam erzählt John Glassie vom kühnen Leben eines fehlbaren Genies. Seine unbezähmbare Neugier und sein Streben nach Ruhm ließen Kircher zur Verkörperung des Wissensstands seiner Zeit werden und machten ihn, wie die Stanford-Professorin Paula Findlen formulierte, zum "letzten Mann, der alles wusste".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014

Was für ein Spinner, dieser Mann, scheint Rezensentin Manuela Lenzen zu sagen beim Lesen dieser Biografie über den mehr als streitbaren Jesuiten und Allround-Forscher Athanasius Kircher. Dabei schwingt die gleiche Sympathie mit, die Lenzen auch in John Glassies Buch findet, Sympathie für diesen chaotischen Helden, der für eine gute Story noch jede Tatsache verhökert hat, wie es aussieht. Glassie schildert laut Lenzen vor allem den Forscher außer Rand und Band, weniger den Menschen Kircher, begleitet ihn in den Krater des Vesuv, beim Hantieren mit Mikroskopen und Fernrohren und beim Kompilieren von Theorien über die Ozeane und die Kabbala. Das ist spannend wie ein Krimi, beteuert die Rezensentin, ganz unabhängig davon, ob es sich um einen der vielen durchaus akribisch verfolgten Irrwege des Universalgelehrten handelt oder nicht. Überhaupt spielt für Lenzen (wie für den Autor, wie für Kircher) hier weniger das faktisch Nachweisbare die Hauptrolle, sondern die schiere Bandbreite der Interessen eines allemal ungebundenen faszinierenden Geistes.
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