aus dem Englischen von Thomas Gunkel. Mit einem Nachwort von Dave Eggers. Nur wird es ungemütlicher im idyllischen St. Botolphs. Die Wapshots verschlägt es hinaus aus dem vertrauten neuenglischen Städtchen in die Welt der Raketenbasen, Autobahnen, Supermärkte, Satellitenstädte und Steuerfahnder - eine Welt, auf die sie nicht vorbereitet sind. Konfrontiert mit den Tücken der Gegenwart lauert für die Wapshots überall nur das Scheitern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2008
Von der Leichtigkeit des Tons in diesem zweiten Teil von John Cheevers Wapshot-Saga lässt Angela Schader sich nicht über die Abgründe des Romans hinwegtäuschen. Daran dass die Abgründigkeit bei Cheever eben auch eine Tiefe ist, besteht für Schader kein Zweifel. Eine dicke Familienchronik wie diese würde sie sonst auch nicht anfassen. Bei Cheever aber, erklärt sie uns, sind die Zeichen der Zeit, mit der andere Autoren so gerne belehren, bloß Hintergrund für das mächtig schräge Personal. Und an das, das weiß Schader auch, hat der Autor sein Herz gehängt. Wenn die im Buch geschilderten kleinbürgerlichen Verhältnisse im New Yorker Vorort Proxmire Manor auch noch so perfide sind und die Komik auch noch so gut die Misere verdeutlicht, so geht sie doch nie zulasten der Figur, meint Schade anerkennend. Einen gewisse Strukturlosigkeit des Textes ist der Rezensentin schließlich noch aufgefallen, Erzählstränge bleiben in der Luft hängen. Doch der Charme dieser Chronik scheint stärker und die Meisterschaft des Autors hält Schader ganz in ihrem Bann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.07.2008
Er war als Autor von Kurzgeschichten berühmt und mancher Kritiker hatte beim Erscheinen der zwei Wapshot-Romane John Cheevers in den fünfziger Jahren das Gefühl, dass die Kurzstrecke eher Cheevers Metier sei. Ganz verkehrt, meint Lothar Müller nach der Lektüre des zweiten dieser Romane. Ja, natürlich, einen durchkomponierten Plot, eine Saga, deren Figuren und Stränge sich harmonisch zu einem Gesamtbild fügen, das dürfe man bei Cheever nicht erwarten. Eine im ersten Kapitel recht ausführlich vorgestellte Figur wird an dessen Ende zum Beispiel auf Nimmerwiedersehen abserviert. Und die Wapshot-Söhne, die schon eine wichtige Rolle spielen, sind deshalb noch lange nicht unangefochtene Hauptfiguren. Auch der Skandal des Titels ist nicht unbedingt ein Skandal, meint Müller, weil gar nicht klar ist, welche der desaströsen Entwicklungen des Schicksals der Wapshot-Figuren eigentlich damit gemeint ist. Aber, und es ist ein ganz großes Aber: Gerade diese Freiheit zur Abschweifung mache die Stärke des Buchs aus. Seine Stringenz und höhere Einheit finde es auf der Ebene "der Atmosphäre, der Stimmung, der Gefühle" und als Meisterwerk psychologischer Zergliederung. Darum: eine dringende Empfehlung von Lothar Müller.
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