John Berger

King

Roman
Cover: King
Carl Hanser Verlag, München 1999
ISBN 9783446197718
gebunden, 182 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Hier spricht ein Hund, und er heißt King. Er führt uns zu einem brachliegenden Gelände, auf dem zwischen alten Autoreifen und kaputten Waschmaschinen eine kleine Gemeinde von Obdachlosen lebt. Vor allem Vico und Vica, ein altes Paar, dem King vor achtzehn Monaten zugelaufen ist. Da der Hund ihr bester Zuhörer ist, erzählen sie ihm ihre Geschichte. Ein Zeitalter geht zu Ende, und was es angerichtet hat, ist auf dem Schrottplatz zu besichtigen, Menschen und Dinge.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.03.2000

Jörg Albrecht kostet es offenbar einige Überwindung, zu diesem Buch einen Verriss zu schreiben. So spricht er auch zunächst erst einmal über die Faszination, die Berger und dessen Texte früher auf ihn ausgeübt hätten. Auch enthalte Bergers neues Buch "King" eine "Liebesgeschichte, die zu Tränen rührt" und viel Nachdenkliches, was immerhin mehr sei, als man von den meisten Büchern sagen könne. Insgesamt ist dem Rezensenten dieses Buch jedoch zu überladen, "zu laut". Er findet Bergers Metaphern zu extrem und will als Leser auch nicht "dauernd mit der Nase drauf gestoßen werden", wenn Berger etwas für außergewöhnlich hält. Albrecht fühlt sich bei Berger an einen dieser Männer erinnert, die sich selbst zu klein finden und sich darum einen besonders festen Händedruck angewöhnt haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

John Berger geht mit seiner Hundegeschichte, wie Sacha Verna meint, an die Grenzen dessen, was ein Roman an symbolischer Befrachtung verträgt: Eine Parabel über Gestrandete und Obdachlose, erzählt aus der Sicht eines Hundes. Nicht immer entgehe Berger der Gefahr, sich in polternde Solidaritätsprosa zu verirren. Den Vorwurf des "karitativen Kitsches" handelt sich Berger nur wegen seiner Stilsicherheit nicht von der Rezensentin ein. Vernas abschließendes Urteil ist immerhin gnädig: "John Berger ist einer der wenigen Vertreter einer littérature engagée, die die Bezeichnung Literatur noch verdient."
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