John Barth

Die schwimmende Oper

Roman
Cover: Die schwimmende Oper
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2001
ISBN 9783935890014
Gebunden, 336 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Matthias Müller. Am Morgen des 21. Juni 1937 beschließt Todd Andrews, bester Anwalt an der Küste von Maryland und exzentrischster Bürger seiner Heimatstadt Cambridge, sich das Leben zu nehmen. Aus ethischen Gründen möchte er seinen letzten Tag auf Erden so normal wie möglich verbringen. Doch als Todd sein Leben Revue passieren läßt, wird schnell deutlich, daß sein bisheriges Leben alles andere als normal verlaufen ist...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2002

Lange hat's gedauert, 46 Jahre seit der Erstveröffentlichung (Barth hat das Buch elf Jahre später selbst noch mal revidiert), bis John Barths Erstling nun in deutscher Sprache erscheint. Die "mutige", ja, beinahe "tollkühne" Tat eines kleinen Verlags, meint Joachim Kalka, nach uneingeschränktem Lob ist ihm dennoch nicht zumute. In einem längeren Vorspann zu Barth als einem der Hauptvertreter des postmodernen Romans erklärt der Rezensent, wo das Problem liegt: in der Überfülle an neobarocken Ornamenten, die die dickleibigen Romane des Autors auszeichnet und zugleich zu einer so mühseligen Lektüre macht: "ständige Überraschungen, aber kein Geheimnis". Ganz dasselbe Problem schon im Erstling, bedauert Kalka. Die ganze "Fabulierfreude" - auf einen Tag komprimiert, an dem die Hauptfigur Selbstmord begehen will und es doch nicht tut - führt im Grunde zu nichts und die Haltung dahinter scheint ihm der des "milde gestimmten Philisters" verwandt. Bei allem Lob für den verlegerischen Wagemut muss der Rezensent konstatieren: das Buch war den Aufwand, leider, leider, nicht wert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2002

In diesem Roman, der 1956 erstmals erschien und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt, kann man ausgezeichnet den postmodernen Ansatz des Autoren nachvollziehen, das "Tradierte gekonnt zu parodieren", um diesen längst "erschöpften" Inhalten und Formen zu neuem Leben zu verhelfen, freut sich Rezensent Thomas Leuchtenmüller. Besonders bemerkenswert erscheint ihm, wie John Barth über das Schreiben schreibt, nämlich "in meisterhafter Dichte und mit scheinbarer Nonchalance". Auch wie er psychologisch äußerst geschickt auf ganz wenig Raum eine recht absurde Geschichte nachvollziehbar macht und dabei "unwahrscheinliche Landser-Reporte" karikiert, dass hat Leuchtenmüller beeindruckt, der von Barths "gnadenloser Selbstironie" zugleich begeistert und erschreckt ist.
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