Von der Öffentlichkeit kaum beachtet entstand in Westeuropa seit den 1950er Jahren eine Internationale der Konservativen. Johannes Großmann rekonstruiert die sich kreuzenden Lebenswege namhafter konservativer Politiker, Unternehmer und Publizisten in mehreren transnationalen Elitezirkeln, ihren Einfluss auf Entscheidungsprozesse, ihren Beitrag zur Europäisierung des politischen Denkens und ihren ideologischen Wandel zwischen 1945 und 1989/90.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014
Eine amtliche konservative Außenpolitik hält Rezensent Gregor Schöllgen schlicht für unmöglich. So kann er sich die Idee einer "privaten" konservativen Außenpolitik erklären, die international, im Verborgenen agierende Zirkel seit 1945 wälzten. Dass dabei wenig herumkam, kann Schöllgen nun im Buch des Historikers Johannes Großmann nachlesen. Aus Material aus internationalen Archiven zeichnet der Autor laut Schöllgen die Geschichte dieser aus Unternehmern, Politikern und Intellektuellen bestehenden Zirkel nach und beschreibt ihre Wirkung. Auch wenn diese gleich null ist - die minutiöse Rekonstruktion dieser geheimen "Paralleldiplomatie" scheint dem Rezensenten doch wichtig.
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