Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat. Taru hat es geschafft: Die einsame Akademikerin hat einen Job im Autorenteam einer bekannten Daily-Soap ergattert. In der Gemeinschaft ihrer Kollegen scheint es zunächst alles zu geben, was sie sich erträumt hat: Freundschaft, Liebe, Erfolg. Als sie jedoch mit ihrer intriganten Chefin Paula aneinander gerät, merkt sie, wie schwer Erfüllung im Beruf zu finden ist. Taru beginnt, ihre Wünsche und Verwünschungen auf die von ihr geschriebene Figur zu projizieren. So gelingt es zumindest ihrem Alter Ego in der Soap-Welt, die Konkurrentin aus dem Weg zu schaffen. Doch da die fiktive Welt realer ist als mancher denkt, haben Tarus Phantasien tödliche Folgen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2007
Ein Buch wie eine Droge erblickt Rezensentin Julia Bähr in Johanna Sinisalos Roman, der in der Welt der Drehbuchautoren von Seifenopern angesiedelt ist. Ausdrücklich warnt sie den Leser vor der Lektüre: das Buch raube einem den Schlaf, verändere die Wahrnehmung und flöße Gedanken ein, die einen noch lange beschäftigen würden. Im Mittelpunkt des Geschehens sieht sie die junge Drehbuchautorin Taru, die gerade das Drehbuchseminar hinter sich hat, einen Job bei einer Seifenoper ergattert und auch gleich eine eigene Serienfigur erhält. Doch aus der netten Geschichte wird zur Freude Bährs rasch ein subtiler Psychothriller: Taru erlebt die Widerfahrnisse ihrer Figur fast gleichzeitig in der Realität und mutiert von der schüchternen Berufsanfängerin zu einer dominanten Frau, die ihre Kollegen manipuliert und auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Bähr bescheinigt der Autorin, diese Entwicklung überaus gekonnt, rasant, aber glaubwürdig aufzuzeigen. Besonders gefallen haben ihr die Leichtigkeit und Frische von Sinisalos Tonfall, den Elina Kritzokat gut in die deutsche Sprache übersetzt hat.
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