Neu herausgegeben von Christof Müller-Wirth und Wolfram Siemann. Die von Johann Georg August Wirth herausgegebene "Deutsche Tribüne" ist eine der wichtigsten liberaldemokratischen Zeitungen des deutschen und europäischen Vormärz. Das 1831 gegründete Blatt wurde 1832 vom Deutschen Bund verboten. Sie eröffnet Zugänge zu den wesentlichen Streitfeldern, zu oppositionellen Netzwerken und grundlegenden Paradigmen jener Zeit. Dabei werden nicht nur die deutschen Zustände beleuchtet, sondern auch die Entwicklung der europäischen Staaten. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten, die die Analyse der Deutschen Tribüne bietet, ist das Blatt für alle, die sich mit der Geschichte des 19. Jahrhunderts befassen, von großem Wert. Die vorliegende Edition bietet erstmals einen umfassenden Neusatz der Zeitung. Der Erschließungsband mit einer wissenschaftlichen Einleitung, Kommentar, Glossar, Register und Dokumenten ist eine unentbehrliche Grundlage für die wissenschaftliche Nutzung.
Begeistert ist Rezensent Dieter Langewiesche mit Hilfe dieses Reprints "aller Ausgaben der Deutschen Tribüne, die je erschienen sind" noch einmal in die "heroische Zeit des deutschen Journalismus" im deutschen Vormärz eingetaucht. Denn was die Journalisten damals taten, sei gefährlich gewesen, also "zu informieren, zu kommentieren" oder "Reformen zu verlangen". Wertvoll findet der Rezensent aber auch den dritten Band der Edition, in dem er nicht nur die von der Zensur unterdrückten Artikel der Zeitschrift fand, sondern auch Beispiele, wie woanders auf das Blatt reagiert, wie es gegründet, finanziert und vertrieben worden ist. So entsteht für den Rezensenten ein höchst komplexes Bild der europäischen Politik aus der demokratisch-liberalen Reformperspektive dieser Epoche.
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