Wer wünscht sich nicht die Fähigkeit, elegant aus dem Moment formulieren zu können, und die rhetorische Beweglichkeit, spielend die verbalen Attacken eines Gegners zu erwidern? In einem Panorama von Homer bis zur Gegenwart präsentiert uns Johan Schloemann nicht nur die Kunst, sondern auch das Risiko der freien Rede. Wer zum Menschen spricht, muss inspiriert und spontan wirken, und deswegen ist die Geschichte der Stegreifrede ein ständiger Kampf um Glaubwürdigkeit - bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2019
Uwe Walter liest Johan Schloemanns Geschichte der freien Rede mit Gewinn. Dem weiten Bogen im Buch von der Antike über mittelalterliche Buspredigten und dem Pietismus bis zu Martin Luther King und Donald Trump folgend, erfährt Walter vom inneren Widerspruch des nach Kunstregeln erarbeiteten freien Sprechens, von Meinungsfreiheit, politischer und religiöser Kultur in England, den USA und Frankreich. Pointiert, anschaulich und differenziert analysiert Schloemann laut Walter die Rhetorik Kleists, Ronald Reagans und Hitlers.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2019
Rezensent Wolfgang Hellmich lernt von Johan Schloemann Wissenswertes über die Kunst der freien Rede. Dass der Autor selbst etwas trocken rüberkommt, kann Hellmich verkraften, dafür führt er kompetent und quellensatt durch die Geschichte der freien Rede, gibt Entdeckungen weiter (Adam Müller) und liefert ein Porträt des Rhetorikers Alkidamas, erklärt Hellmich. Auch wenn die freie Rede nicht immer die richtige Wahl ist, wie der Rezensent auch von Schloemann erfährt, ihre Geschichte hat etwas für sich, findet er.
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