Morde sind zwar unerquicklich für das jeweilige Opfer, haben aber auch ihre guten Seiten, denn sie beflügeln Kunst und Wissenschaft - die Mediziner, die den Kommissaren dabei helfen, die Killer zu fassen, die Schriftsteller, die die Jagd in Krimis beschreiben und die Filmemacher, die sie auf Celluloid oder digital festhalten. Bei seinem ebenso spannenden wie unterhaltsamen Spaziergang durch die Kulturgeschichte des Mordes zeichnet Jörg von Uthmann diese Entwicklung nach - vom König Ödipus, dem literarisch ergiebigen Vatermörder, bis zur DNA- Analyse, die es 1987 erstmals erlaubte, einen Mörder anhand seines "genetischen Fingerabdrucks" zu überführen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2006
Rundum gelungen findet Rezensent Gerd Roellecke diese "Kleine Kulturgeschichte des Mordes", die Jörg von Uthmann vorgelegt hat. Wie Roellecke berichtet, bietet der Band eine Geschichte der Strafverfolgung sowie deren Reflexion in Romanen, Theaterstücken, Opern, Filmen und Fernsehspielen. Der Autor berichte über zahlreiche plakative Fälle samt Kontext. Auch erfahre der Leser viel über die Entwicklung der Kriminalistik und der Kriminalliteratur, z.B. über Edgar Allan Poe, Conan Doyle, Charles Dickens, Agatha Christie und Dorothy Sayers. Die Akzente des Buchs findet Roellecke "einleuchtend gesetzt". Zudem äußert er sich lobend über die Darstellung des Autors, der mit "leichter Hand" und "Sachverstand" schreibe. Das Fazit des Rezensenten: "Der kleine Band ersetzt eine Bibliothek."
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