Der Band in bibliophiler Aufmachung besteht aus zehn Gedichtzyklen und dem Essay "Der rote Fleck", in dem Kelter über "Das Gedicht als Ort der Konstitution von Erinnerung und des Verschwindens von Wirklichkeit" nachsinnt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2002
Von 1997 bis 2000 hat der Autor vor allem sich selbst zugesehen. Das macht, dass in den vorliegenden Gedichten "nicht bedeutsame Angelegenheiten der äußeren Welt" anstehen und etwa von "Winterdingen" die Rede ist und davon, wie die Zeit vergeht. Für Kelters lyrisches Ich, schreibt eine, was diesen Autor betrifft, einigermaßen zuversichtliche Beatrice Eichmann-Leutenegger, heißt das, "dem Wandel und somit der Vergänglichkeit ins Auge zu schauen, die Lebende gleichermaßen wie die Toten ins Bewusstsein einzulassen". Das geht nicht ohne Plattheiten und Patina ab, erhält gesteigerten Reiz aber, wie die Rezensentin versichert, durch Doppelwertigkeiten und "sanfte Schwebezustände", vom Dichter provoziert mittels Wendung der lyrischen Aussagen ins Fragende oder unvermittelte Satzabbrüche.
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