"Pop" - kaum ein Zauberwort hat die Feuilletons und kulturellen Debatten der letzten Jahre mehr bestimmt. Aber gibt es das überhaupt: ein globales, allgemeines Verständnis von Popkultur? Die AutorInnen dieser Anthologie mißtrauen der weithin üblichen Interpretation und schlagen vor, einen ethnographischen Blick auf Pop und dessen Entwicklung zu werfen. Die Beiträge näheren sich dem Thema geographisch und thematisch von den Rändern her - aber was ist Zentrum, was ist Peripherie? Gerade die Erkundung von Neuland hilft, Pop in seiner immer pluralen, historischen und individuellen Bedeutung zu verstehen. Etwa wenn es, wie hier, auch um den Stellenwert der Jeans in der DDR geht oder um Punk in der slowenischen Provinz.
Beängstigend seriös klingt schon der Titel, meint der Rezensent Gerrit Bartels - und was er Schlimmes befürchten lasse, werde von den acht Beiträgen dann leider auch eingelöst. Bunt gemischt die Themenpalette, von der "Popularität der Jeans in der DDR" bis zu "Identitätskonstruktionen im HipHop"; von den vom Herausgeber angekündigten "Spannungen" zwischen den einzelnen Texten hat Bartels freilich wenig gespürt, im Gegenteil. Von Anfang bis Ende dominiere ein "Ton und Stil von Seminararbeiten", der ihm ganz offenkundig nicht das kleinste bisschen Freude bereitet hat. Da waren, seufzt er, die Zeiten des nicht übermäßig reflektierten "Fanschreibertums" noch besser als das krampfhafte Bemühen etwa von Jochen Bonz, "mal sein jahrelanges Lacan-Studium in der Praxis anwenden" (und zwar auf die Riot-Girls "in der Subjektposition"). Klarer Fall von: Der Rezensent rät ab.
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