Sascha Seiler untersucht die Rezeption populärer Kultur in der deutschen Literatur seit den 60er Jahren. Mit der verstärkten Wahrnehmung von Popmusik, Film oder Comics als Bestandteil des Alltags und der kulturellen Artikulation entwickelte sich damals auch eine literarische Bewegung, die allgemein als "Pop-Literatur" bezeichnet wurde, und in der populäre Kunstformen rezipiert, dargestellt und auch umgedeutet wurden. Die vor allem mediale Wiedergeburt der Pop-Literatur in den 90er Jahren ist allerdings, das soll diese Studie belegen, kein punktuelles kulturhistorisches Phänomen, sondern das Ende einer Entwicklung, die in den 60er Jahren bei Autoren wie Rolf Dieter Brinkmann ihren Anfang nahm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2007
Roman Luckscheiter kann dieser Dissertation über die deutsche Pop-Literatur und ihre Rezeption seit 1960 nicht viel abgewinnen und er fragt sich, was der Autor Sascha Seiler eigentlich damit herausarbeiten wollte. Vorgelegt hat er eine ausführliche, chronologisch geordnete Vorstellung der einschlägigen Texte des Pop, und er versucht dabei zu ergründen, in wie weit populäre Kultur wie Musik, Filme oder Warenwelt darin Einzug gehalten haben, erklärt der Rezensent. Was ihm fehlt sind dezidierte Interpretationen, die über bloße "Andeutungen" hinausgehen. Die Äußerung, dass die Vertreter der jüngsten Pop-Literatur unfähig seien, ihre Kunst "theoretisch zu reflektieren", maßregelt Luckscheiter als Überheblichkeit, und er weist zudem etwas boshaft darauf hin, dass Seiler, der behauptet, die Pop-Kultur sei in der Literaturwissenschaft ein häufig "übersehenes Phänomen", einschlägige Literatur zum Thema schlicht nicht zur Kenntnis genommen hat.
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