Klappentext

Das Wesentliche des Judentums kommt in dieser Geschichte einer Katze, die ihre Bar-Mizwa feiern möchte, zum Ausdruck. Es handelt sich um eine sehr jüdische Katze, die nicht aufhört ihren Rabbiner und die Grundsätze des Glaubens in Frage zu stellen. Die Zeichnungen entführen den Leser in die unbekannte Welt der sephardischen Juden Nordafrikas und illustrieren die Grundzüge des jüdischen Denkens und der Kabbala, denn Sfars Figuren diskutieren diese immer wieder, wie es in talmudischen Lehrgesprächen üblich ist.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.07.2006

Martin Zeyn freut sich, dass einige der Comic-Geschichten des in Frankreich bejubelten Comic-Zeichners Joann Sfar nun auch auf Deutsch zu haben sind. Der Tod ist in den Bänden "Die Katze des Rabbiners" und "Desmodus - der kleine Vampir" ständig präsent, aber weder als billiger Witz noch als alles beherrschende Figur, konstatiert der Rezensent angetan. Zudem spielt, insbesondere in "Die Katze des Rabbiners" die jüdische Theologie eine wichtige Rolle, was Zeyn besonders deshalb zutiefst beeindruckt, weil es sich hier schließlich um Comics für Kinder handelt. Pathos ist Sfar genauso fremd wie wallender "Trauerflor", dafür macht er sich die exegetischen Methoden der jüdischen Theologie zunutze, indem er sich der "dreifachen Antithese" bedient, so Zeyn hingerissen. Sein Zeichenstil ist ornamental und arbeitet mit starken Schraffuren, teilt der Rezensent mit, und er findet die Figuren mitunter vielleicht "krickeliger" als nötig, wie er sehr sanft kritisiert. Alles in allem aber ist er vollkommen begeistert von diesen philosophischen und doppelbödigen Bildergeschichten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.03.2005

Eine "wahre Erlösung" empfindet Rezensent Thomas Feibel, wenn er sich in Joann Sfars Geschichten von der Katze des Rabbiners vertieft. Als "wundersamer Oriental-Comic" kommen die Erzählungen daher, von denen nun auch der dritte Band in deutscher Sprache vorliegt. Begeistert zeigt sich der Kritiker von der Talentvielfalt des französischen Autors, der nicht nur ein "unglaublich sprachbegabter und geistreicher" Schriftsteller, sondern auch noch ein "verdammt guter" Zeichner sei. In "fulminantem Tempo" erzählt Sfar Geschichten von einer intelligenten Katze, die ihren Herrn in "aberwitzige" philosophische Diskurse verwickelt. Um die Comics richtig genießen zu können, muss man jedoch ein wenig Zeit mitbringen, rät der Kritiker. Denn die Streitgespräche zwischen Mieze und Mensch seien so "schlagfertig" formuliert, dass der gespannte und begeisterte Leser erst im zweiten oder dritten Durchgang auch die von Brigitte Findakly "behutsam" kolorierten Bilder "in ihrer vollen Pracht" würdigen könne.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.08.2004

Rezensentin Katja Lüthge ist rundum begeistert von diesen "wunderbaren" Comics, die der französische Zeichner Joann Sfar einem Kater widmet, "der gern ein guter Jude werden möchte": "Nur Hunde werden diese Alben wahrscheinlich nicht mögen." Denn dies sei nicht nur ein Comic, der auf charmante Weise heikle Fragen aufwerfe, lehrreiche Dialoge und Dispute biete und von Brigitte Findakly "kongenial koloriert" worden sei. Und bemerkenswert fand die Rezensentin auch nicht nur die Körpersprache und die Mimik der Figuren, die "das gesprochene, gedachte Wort je auf den Punkt bringen". Zudem habe Sfar, so Lüthge, hier dann auch noch "eine märchenhafte jüdisch-maghribinische Welt" erschaffen, und vor allem sei "Die Katze des Rabbiners" zugleich "eine hübsche Einführung in das Judentum" - wobei man freilich weniger über religiöse Praktiken, dafür aber um so mehr über "die jüdische Art des Weltzugangs" erfahre. Bei Sfar also sei einmal, so viel sei sicher, "das Studium der Philosophie und der Malerei eine fruchtbare Verbindung eingegangen".