Über die Aktualität eines der größten Humoristen der deutschsprachigen Literatur. Leser von heute berichten über ihre Beziehung zu Gottfried Keller und seinem Werk. Mit vielen Originalbeiträgen und überraschenden Funden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2000
Für Manfred Papst erbringt diese Sonderausgabe des Literaturmagazins "Der Rabe" mal wieder den Beweis, dass sich etwas um so vergnüglicher liest, je gründlicher es recherchiert oder verfasst ist. Hier ist es ein Sonderband zum Schweizer Dichter Gottfried Keller, der Bekanntes und Unbekanntes enthält. Zu den bekannteren Autoren zählt der Rezensent Fontane, Bloch, Adorno, Hohl oder Robert Walser; als Trovaille erwähnt er einen Brief Kurt Tucholskys an Hedwig Müller, der die berühmte Liebeserklärung Kellers an Luise Rieter paraphrasiert. Mehr als sonst sei auch die Germanistik eingebunden, erklärt Papst und freut sich über den Aufsatz von Bruno Weber, der endlich mit dem Vorurteil aufräume, Gottfried Keller sei nicht größer als 1,40 Meter gewesen, weshalb er von vielen Interpreten psychologisierend als "Zukurzgekommener" behandelt worden ist. Bemerkenswert scheint Papst außerdem ein nahezu unbekannter Text Kellers, in dem dieser mit 93 aufeinander folgenden Adjektiven die Jesuiten beschimpft. Eine erstaunliche "Brandrede", so Papst, die Ähnlichkeit mit der Rabelais`schen Wortgewalt aufweise.
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