Hsu An-Nie (Hg.)

Von Berglern und Geheimagenten

Zeitgenössische Erzählungen aus Taiwan
Cover: Von Berglern und Geheimagenten
Projekt Verlag, Bochum 2024
ISBN 9783897336087
Gebunden, 307 Seiten, 22,80 EUR

Klappentext

Aus dem Chinesischen von Andreas Guder, Marc Hermann, Hans Peter Hoffmann and Brigitte Höhenrieder. Die literarische Landschaft Taiwans spiegelt vor allem die Entwicklung der Zivilgesellschaft seit den 1980er Jahren wider, als identitätspolitische Anliegen in den Fokus des Mainstreams gerückt sind. Autoritäten und Normen werden literarisch dekonstruiert und auf sarkastische Weise hinterfragt. Mit dem Ende des Ausnahmezustands wurden bislang tabuisierte Fragen wie nationale und internationale Identität Taiwans sowie Konfliktpotenziale und Identitätsfragen der verschiedenen ethnischen Gruppen in Taiwan offen diskutiert. Die vorliegende Sammlung von elf sorgfältig ins Deutsche übersetzten Erzählungen bietet einen faszinierenden Einblick in den Prozess der Identitätsfindung Taiwans und lädt dazu ein, die reiche kulturelle Landschaft und die facettenreiche Literatur Taiwans zu entdecken. Folgende Autoren und Autorinnen sind mit Ihren Erzählungen in dieser Anthologie vertreten:BADAI 巴代 / CHI TEN-SHUNG 七等生 / CHU Tian-Hsin 朱天心 / HU Shu-Wen 胡淑雯 / KAN Yao-Ming 甘耀明 / LIAO Hui-Ying 廖輝英 / LO Yi-Chin 駱以軍 / PING LU 平路 / TONG Wei-Ger童偉格 / TSENG Shiu-Mei 曾修媚 / WALIS NOKAN 瓦歷斯・諾幹

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 31.01.2025

Literarisch nicht unbedingt ein Glanzstück, aber historisch-soziologisch hochinteressant ist dieses Buch laut Rezensentin Katharina Borchardt. Es versammelt elf Erzählungen, die sich mit der taiwanesischen Gesellschaft und Geschichte beschäftigen, drei davon, so Borchardt, stammen von indigenen Autoren, was deshalb bemerkenswert ist, weil diese Bevölkerungsgruppen lange unterdrückt oder als Touristenattraktion marginalisiert wurden. Hier nun wird ihre historische Erfahrung ernst genommen, freut sich Borchardt. Auch geht es in der Anthologie um den "Weißen Terror" der Taiwan lange dominierenden Kuomintang. Sprachlich glänzen diese Texte nicht allzu sehr, gesteht Borchardt ein, außerdem fehlt ihnen ein bisschen der innere Zusammenhalt. Für alle, die mehr über Taiwan erfahren wollen, lohnt sich die Lektüre dennoch unbedingt, heißt es abschließend.

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