Aus dem Französischen von Mireille Onon. Die Beutezüge der Einbrecherinnen Alex und Carole könnten spektakulärer kaum sein, haben die beiden es doch nur auf die besten Museen und die hier ausgestellten Meisterwerke der Kunstgeschichte abgesehen. Wobei das clevere Duo selbst vor dem Louvre nicht haltmacht. Doch um Ingres 'Die Große Odaliske' am Sicherheitssystem vorbeizuschleusen, brauchen sie Verstärkung. Dass die Motorrad-Akrobatin Sam das Team komplettiert, verspricht einen kühnen Plan.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2013
Fritz Göttler ist ganz hingerissen von diesem Comic aus den Federn des Dreigestirns Bastien Vivès, Florent Ruppert und Jérôme Mulot. Derart lässig hat er Kunstraub noch nicht gesehen, als moralisch herrlich unkorrekte sommerliche Choreografie nämlich. Was die Mädchen im Band, streng geleitet vom Lustprinzip, so alles anstellen, lässt Göttler glatt vergessen, dass es sich um Mord und Totschlag handelt. Formal geht das natürlich ebenso gegen den Strich, stellt er fest, oft ist es gleich ganz ohne Linien. Und die Szene im Louvre hat Göttler so ähnlich zuletzt bei Godard gesehen.
Für den Comic "Die große Odaliske" hat sich das Zeichnerduo Ruppert & Mulot, bestehend aus Jérôme Mulot und Florent Ruppert, mit dem Einzelgänger Bastien Vivès zusammengetan, berichtet Elise Graton, die sofort eine Parallele zum Inhalt erkennt: im Comic schließen sich die zwei eingespielten Kunsträuberinnen Alex und Carole für einen großen Coup im Louvre mit der Motorradakrobatin Sam zusammen. Die Einbrecherinnen verkörpern offenbar "die fiktiven weiblichen Actionpendants ihrer drei männlichen Zeichentischschöpfer", erklärt die Rezensentin. Es braucht ein wenig Zeit und eine Menge eitles Gehabe, bis die drei sich eingespielt haben, aber dann funktionieren sie besser als je zuvor, verprügeln mexikanische Drogenbarone und quatschen nebenbei über Männer, die per SMS Schluss machen - die Pendants, nicht die Schöpfer. Graton ist begeistert von so viel Subversion.
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