Manu Larcenet

Die Straße

Nach dem Roman von Cormac McCarthy
Cover: Die Straße
Reprodukt Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783956404238
Gebunden, 160 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Maria Berthold und Heike Drescher. Die Welt nach ihrem Untergang. Unter den Überlebenden ein todkranker Vater und sein kleiner Sohn. Durch Trümmerlandschaften und Aschewolken ziehen sie nach Süden, um dem Winter zu entkommen. Ihre wenigen Habseligkeiten trägt ein Einkaufswagen. Ansonsten haben sie nichts als ihre Kleider am Leib, einen Revolver mit zwei Patronen - und einander. DIE STRASSE ist die Geschichte einer hoffnungslosen Reise und eine düstere Parabel auf das Leben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.08.2024

Manu Larcenets Comic-Adaptation von Cormac McCarthys Roman ist sehr gelungen, urteilt Rezensent Christoph Haas. In eindrücklichen Schwarzweiß-Bildern bilde Larcenet die Düsternis der Romanhandlung ab: Nach dem Ende der Zivilisation, vermutlich durch einen Atomanschlag ausgelöst, ziehen Vater und Sohn, ausgestattet nur mit dem Nötigsten, verzweifelt und doch mit einem Rest an beharrlich verteidigter Humanität durch die Einöde Nordamerikas. Das Bild dräuender Wolken rahmt Haas zufolge die düstere Erzählung; ein bisweilen feststellbares Kippen ins Schauerliche schreibt er dem visuell ausdrucksvolleren Medium des Comics zu. Auch hier habe es Larcenet also geschafft, das literarische Material überzeugend und ohne Qualitätsverlust zeichnerisch umzusetzen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 07.08.2024

Manu Larcenet ist seine Comic-Adaptation von Cormac McCarthys Roman "Die Straße" sehr gelungen, findet Rezensentin Jule Hoffmann. Diese große US-amerikanische Dystopie über das stets knappe gemeinsame Überleben eines Vaters und eines Sohnes unter unwirtlichen Bedingungen nach dem Ende der Zivilisation hat Larcenet, so Hoffmann, treffend in düstere Bilder umgesetzt. Dabei treten, unterstrichen durch die von Larcenet beherrschte "Ästhetik des Horrors", laut der Rezensentin sowohl die erschreckenden Momente des Originaltexts, als auch der Überlebenswille der Protagonisten und die wenigen, Hoffnung verheißenden Lichtblicke sowie die moralische Dimension des Romans in aller Deutlichkeit hervor. Eine meisterhafte zeichnerische Neugestaltung, die Hoffmann sehr empfehlen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.08.2024

Rezensent Fritz Göttler findet viel Schönheit in dieser Graphic Novel, die Manu Larcenet auf der Basis von Cormac McCarthys gleichnamigem Roman gestaltet hat. Die Geschichte spielt, beschreibt Göttler, in einer Endzeitwelt, die Wege sind schlammig, überall Verfall und Düsternis, aber auch kleine Momente der Leichtigkeit, etwa wenn zwei Figuren leichtfüßig Kanister hinter sich herziehen. Durchstreift wird die kaputte Welt, erfahren wir von Göttler, von einem Vater und einem Sohn, nur selten treffen sie auf andere Menschen, die allesamt potentielle Gefahren sind. Auch grausame Bilder tauchen auf in diesem Buch, das nicht zuletzt, so Göttler, von einem nicht länger funktionalen patriarchalen System handelt. Gegen Ende seiner insgesamt klar positiven Rezension beschreibt Göttler etwas ausführlicher eine Szene, in der Larcenet ein seltenes Festmahl der beiden Protagonisten zeichnerisch festhält.
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