Mit einem Nachwort von Thomas Glavinic. Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. Am 22. Juli 2014 brachte ein kleiner Verlag aus Memphis "Die jungen Leute" heraus, die erste Veröffentlichung des amerikanischen Kultautors J.D. Salinger seit fünfzig Jahren. Es sind seine ersten Erzählungen, und sie lassen bei aller Knappheit ungewöhnliches schriftstellerisches Talent und feines psychologisches Gespür erkennen: Salinger erzählt darin mit wenigen Worten und doch mit vielen Zwischentönen von Sehnsüchten und Eitelkeiten, Schwäche und Ohnmacht in sehr ungleichen Beziehungen, sei es zwischen jungen Eheleuten, Geschwistern oder zwei Partygängern, die unverhohlen auf Partnersuche sind. Eine literarische Entdeckung, die einen neuen Blick auf das schmale Werk des großen Autors ermöglicht.
Dass J. D. Salinger schon früh gut schreiben konnte, erfährt Hannes Stein mit diesem kleinen Buch. Die drei darin enthaltenen bisher unveröffentlichten Erzählungen von Salinger hätte er freilich auch gern gelesen, wären sie nicht vom später berühmten Romanautor verfasst worden. Das liegt laut Stein an der hohen Kunst der Aussparung, die Grauen und Traumata (wie den Krieg) unausgesprochen, doch spürbar lässt, und an Salingers Fähigkeit, Figuren durch ihre Sprache zu charakterisieren. Da ahnt Stein, was aus diesem Autor hätte werden können, wäre er nicht in den Krieg gegangen: ein zweiter Hemingway vielleicht. Salingers spitze Feder, die Dummheit und Dreistheit entlarvt, wie Stein erklärt, macht den Band für den Rezensenten zur Preziose.
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