Aus dem Englischen von Sabine Schulz. Isaac Sidel, mittlerweile First Deputy in einem von Machenschaften beherrschten Präsidium, hält wieder einmal Winterschlaf. Geplagt von seinem Bandwurm, hat er sich in ein heruntergekommenes Hurenhaus verkrochen, um direkter am Geschehen zu sein (und in Ruhe seinen Launen nachhängen zu können). Auf einem seiner Streifzüge trifft er Annie Powell, eine blutjunge Prostituierte, dem Alkohol verfallen und gebrandmarkt mit einem in die Wange geritzten D. Dieses grausame Zeichen lässt Isaac keine Ruhe. Seine Suche bringt ihn, den Joyce-Fan, bis nach Dublin, wo er einem irischen Zuhälterring auf die Spur kommt, dessen Netzwerk bis in die obersten Ränge der New Yorker Polizei reicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2016
Kai Spanke ist schon jetzt gepannt auf den 12. Band der Reihe. Im vorliegenden vierten Band begegnet ihm Jerome Charyns kaputter Supercop an einem Tiefpunkt seiner Existenz, undercover auf dem Straßenstrich ermittelnd, gegen New Yorks Geklüngel aus Polizei und Politik, wie Spanke erläutert. Dass die Story von 1978 stammt, vergisst der Rezensent glatt vor lauter "eleganter Pointiertheit, geschliffener Rotzigkeit" und finsterer Poesie von Charyns Sprache und seinem schwindelerregenden erzählerischen Drift. Nichts für Leute allerdings, die sachlichen Realismus mögen und es mögen, mitzurätseln, warnt Spanke. Wer jedoch gerne soziale Abgründe in einem mythisch aufgeladenen New York und im Gewand "surrealer Exuberanz" erkundet, meint er, der ist hier richtig.
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