Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt. Es ist ein Jahr vergangen, seit die 12-jährige Alyssa verschwunden ist. Ihr Zwillingsbruder Johnny hat sich nie einsamer gefühlt. Sein Vater hat die Familie kurz nach dem Verschwinden der Tochter im Stich gelassen, seine Mutter flüchtet sich in eine Beziehung zu einem Mann, den Johnny verachtet. Der zuständige Detective will den Fall nicht schließen, obwohl seine eigene Familie an dieser Obsession zerbricht. Als ein zweites Mädchen verschwindet, weiß Johnny, dass er die beiden Mädchen finden muss.
Dieser Roman handelt von einem Jungen, der nach seiner verschwundenen Schwester sucht, informiert uns Rezensentin Katharina Granzin. Obwohl sie Büchern, die "Gewalt gegen Kinder" zum Thema haben, eher skeptisch gegenübersteht, kann Granzin diesen Roman empfehlen, weil er spannend ist, über das Thema hinausweist und "besser geschrieben" ist als vergleichbare Bücher. Nur die Geschichte um den schwarzen Sklaven, dessen Ururenkel unseren Helden am Ende rettet, überlädt den Roman ihrer Ansicht nach etwas.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.06.2010
Gegen diesen dritten Thriller des amerikanischen Autors John Hart hat Sylvia Staude nur ein paar Einwände, die ihr die Lust an dem plausiblen und anrührenden Porträt des 13-jährigen Johnny auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester und einem sachlichen Einblick ins Polizistendasein allerdings kaum nehmen können. Dass ein Autor zuviel Lebenserfahrung gesammelt haben könnte, möchte Staude nicht glauben. Nur wäre es dem Buch ihrer Meinung nach besser bekommen, hätte der Ex-Barkeeper, -Banker und -Anwalt Hart Action, üppiges Spektakel, Tote und Sentimentalitäten etwas sparsamer eingesetzt. Den Vergleich von Harts detektivisch begabter Figur mit Huck Finn findet Staude entsprechend hoch angesetzt. Einen besonderen Platz in der Krimiliteratur gönnt sie Johnny aber dennoch.
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