Vier Menschen in einem Supermarkt. Sie kennen einander nicht und stehen doch in enger Beziehung zueinander, denn kunstvoll verzahnt Jens Wonnenberger ihre Geschichten, ihre Sicht auf die Welt, ihre Enttäuschung und Sehnsüchte. "Infarkt" ist ein dichter Roman um Gedankenspiele und Lebensgefühle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2004
Marion Löhndorf mag Jens Wonnebergers Roman, über vier "prototypisch" normale Menschen, die alle in einer "Atmosphäre seelischer Windstille" leben. Die Frau hinter der Käsetheke, der Wachmann, der Schnorrer vorm Supermarkteingang sowie ein Soziologie-Student, alle auf ihre Art unglücklich und lebensängstlich, sind die Protagonisten des Romans. Zunächst werden diese "Gehemmten und Verzagten" für sich betrachtet und dann zum "Showdown zwischen Käsetheke und Alkoholregal" zusammengeführt. Rezensentin Löhndorf lobt, dass Wonneberger den "Innenwelten" seiner Figuren sehr "nahe" und ihre "großen und kleinen Lebenslügen" sehr "plastisch" zeige. Und darin zeige sich auch, wie "gekonnt" Wonneberger zwischen "Tonlagen" balanciere. Einerseits seien die Figuren "zu jämmerlich, um wirklich tragisch zu sein" und gleichzeitig zu verzweifelt, "um vollends ins Lächerliche zu driften". Rezensentin Löhndorf hatte ihre Freude an diesem Pendeln zwischen "Nüchternheit, Komik und Tragik".
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