Jens Wonneberger

Himmelreich

Cover: Himmelreich
Müry Salzmann, Salzburg 2015
ISBN 9783990141281
Kartoniert, 160 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Robert, ein Mann um die dreißig, kehrt ins Dorf seiner Kindheit zurück, "irgendwo am Schienenstrang zwischen Neustadt und Himmelreich". Die Mutter ist schon eine Weile tot, nun begraben sie Rudi, den Vater. Der war ein verschlossener Mann, dessen Vater einst nicht aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und für den Jungen ein Fremder geblieben war. Und Fremdheit und Schweigen sind auch, die Roberts Beziehung zu diesem Vater geprägt haben. Das Beredtste, was dem Sohn von Rudi bleibt, ist die Bastelarbeit auf dem Dachboden: das Dorf in Miniaturformat, mit der Eisenbahn, die in der Wirklichkeit hier nicht mehr hält.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.12.2015

Ulrich Rüdenauer schätzt den Dresdner Schriftsteller Jens Wonneberger als "behutsamen, geradezu verschwiegenen Erzähler", der sich mit besonderer Anteilnahme den aus der Zeit gefallenen Flecken des Landes widmet. Wie eine Modelleisenbahnwelt erschafft Wonneberger den kleinen Ort Himmelreich, in dem die Bahn noch hält, der aber längst aus dem Kursbuch gestrichen ist. Idyllisch ist hier nichts, und niemand glaubt mehr an Erlösung. Wonneberg erzählt von schrulligen Gestalten und Sonderlingen, die wie "Gespenster durch die Geschichte" spukten, und vor allem von der traurigen, zukunftslosen Familie des jungen Robert, die den Anschluss an die neue Zeit schon lange verloren hatte.
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