Jens Steiner

Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit

Roman
Cover: Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit
Dörlemann Verlag, Zürich 2015
ISBN 9783038200154
Gebunden, 240 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Alles beginnt harmlos mit einem Jungenstreich: Die Studenten Paul und Magnus planen einen Anschlag auf den Medienzar Kudelka während dessen Auftritt an der Universität. Erstaunt, wie gut das gelingt, sind sie gleichzeitig enttäuscht, dass ihre Tat quasi ohne Folgen bleibt. Doch dann geschieht Unerwartetes: Ein Museum voller sprechender Objekte, ein Teelöffel Salz und eine Pizza lassen Pauls Leben komplett aus den Fugen geraten. Er findet sich als Gefangener in einer fremden Wohnung und erfährt, dass Kudelka entführt wurde - und dass er als Hauptverdächtiger gesucht wird. Nun beginnt eine raffinierte und spannende Verfolgungsgeschichte nach Südfrankreich - mit überraschendem Ende.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.08.2015

Potential zum Generationenporträt hätte Jens Steiners neuer Roman "Junger Mann mit Vergangenheit" durchaus, konstatiert Rezensent Tobias Sedlmaier, liest das Buch aber mit gemischten Gefühlen. Die Geschichte um den eigensinnigen Mittzwanziger und Philosophiestudenten Paul, der aus seinem öden, konfliktscheuen, in "passiv-privatem Interneteskapismus" zurückgezogenen Leben herausgerissen wird, als er der Entführung des Medienmoguls Kudelka verdächtigt wird, hat unterhaltsame und originelle Passagen, meint der Kritiker. Leider gerät ihm diese Mischung aus Thriller, Satire und Entwicklungsroman, die auch noch Spuren von Murakami, Loriot und Kafka aufweist, schließlich doch zu grotesk und unvollendet, um ihrem kulturkritischen Anspruch gerecht zu werden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2015

Martin Halter ist schwer enttäuscht von Jens Steiners drittem Roman. Die Mischung aus Krimi, Mediensatire, philosophischer Betrachtung und Generationen- und Familienroman geht nicht auf, findet er, auch wenn Steiner immer wieder gute Bonmots und skurrile Bilder gelingen. Außer Konfusion nimmt er nicht viel mit aus der Lektüre, die durch penetrante Lustigkeit noch erschwert wird, wie Halter erklärt. Laut Rezensent hätte der Autor sich wohl für ein Genre entscheiden müssen. Sollte Steiners Anliegen ein kafkaesker Verschwörungsthriller gewesen sein, meint er, hätte er jedenfalls einen anderen Ton wählen sollen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2015

Mit Jens Steiners drittem Roman "Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit" hat Rezensent Samuel Moser ein prall gepacktes Überraschungspaket in Händen gehalten, stellt aber fest, dass nicht alle Beigaben gleichermaßen überzeugend sind. Denn das Buch, das einmal mehr um die Themen Flucht und Identität kreist, erscheint dem Kritiker als Märchen, Schelmenroman, Agententhriller, Fantasy, Psychodrama, Familiensaga, Politsatire, Liebesgeschichte, Tragödie und nicht zuletzt Komödie. Auch die zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Wirklichkeit springende Erzählperspektive hilft Moser nicht gerade dabei, den eigentlichen Kern des Romans zu begreifen. Und so hat er diesen unterhaltsamen, grotesken, bisweilen auch philosophisch fundierten Roman zwar vergnügt aber doch auch mit einiger Anstrengung gelesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.04.2015

Judith von Sternburg ist enttäucht von Jens Steiners neuem Roman. Nach "Carambole" hatte sie sich mehr erwartet oder etwas ganz anderes. Nicht eine wirre Geschichte über einen schlappen Philosophiestudenten und Perry-Rhodan-Leser und dessen Kumpel auf Abwegen. Sternburg weiß am Ende vor allem, was der Text nicht ist: keine Geschichte über die Schweiz als Hort des Neoliberalismus, keine Freundschaftsgeschichte und keine Verfolgungsgeschichte. Als klamottiger Thriller ohne doppelten Boden überzeugt sie das Buch jedenfalls nicht.
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