Jens Harder

Gamma

...visions
Cover: Gamma
Carlsen Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783551793003
Gebunden, 192 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Mit Gamma schließt Jens Harder seine Erzählung über die Evolutionsgeschichte ab. Beginnend mit dem Urknall hat er nachgezeichnet, welche Bilder die Menschheit sich von der sie umgebenden Welt gemacht hat - aus wissenschaftlicher, religiöser, kultureller oder künstlerischer Perspektive. Im Abschlussband wirft er einen Blick weit in die Zukunft und setzt dabei einige der großen Entwicklungslinien bis in ferne Zeiten fort. 

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.01.2026

Rezensent Ralph Trommer überstürzt sich mit Lob angesichts von Jens Harders Riesenprojekt eines vierbändigen Bilderepos über die Geschichte des Universums vom Anfang bis zum Untergang, dessen letzter Band jetzt vorliegt. Die insgesamt 1300 Seiten umfassende Komposition aus Bild und "raffinierten" Textkommentaren überwältigt Trommer. Der neue und abschließende Band überzeugt ihn wiederum durch Harders Methode, wissenschaftliche Hypothesen, Szenarien aus der Sci-Fi-Literatur und Bildquellen von "Blade Runner" bis Picasso mit einem eigenen Farbkonzept sowie mit KI erstellten Grafiken zu einer funkelnden Gesamtkomposition vereinen, Warnungen vor KI (ironischerweise) inklusive. Visionär und anregend, findet Trommer. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2025

Rezensentin Martina Knoben begibt sich staunend auf die Reise durch unsere Zukunft, die Jens Harder in seinem neuen Comic unternimmt. Mit dieser Veröffentlichung schließt der Autor seine vier Bände umfassende "Große Erzählung" ab. Während sich die vorherigen Teile der Vergangenheit des Universums und der Menschheit widmeten, geht es diesmal in die entgegengesetzte zeitliche Richtung, wir erfahren, wann Putin weggeputscht wird, wann der Krebs besiegt wird, aber auch, wann das Weltall im Big Crunch sein Ende findet. Eine Erzählung im engeren Sinne gibt es nicht bei Harder, stellt Knoben klar, die Zukunftsvision wird als eine unvollkommene Übertragung aus, eben, der Zukunft gelabelt, deren "Fehler" sich unter anderem in Buchstabendrehern manifestieren. Toll auch die Bilder, die Harder für all das erstellt, freut sich Knoben, wieder bedient der Autor sich bei der Kunst- und Kulturgeschichte, etwa bei den Simpsons und Metropolis, außerdem arbeitet er mit Computerzeichnungen und KI. Ein überaus reichhaltiges Projekt also und glücklicherweise auch eines, das, findet Knoben, den eigenen Ambitionen voll und ganz gerecht wird.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.09.2025

Rezensentin Susanne Billig zeigt sich durchaus beeindruckt ob der visuellen Kraft von Jens Harders "Gamma" - das Finale einer gewaltigen, vierteiligen Bildchronik. Was mit der Evolutionsgeschichte in "Alpha" begann, beendet Harder nun mit einer Zukunftsvision, die vielen dystopisch erscheinen mag, auf den Autor jedoch "fast schon tröstlich" wirkt. Wie glaubhaft und wie tröstlich diese technikzentrierte Vision tatsächlich ist, darüber erlaubt sich Billig kein abschließendes Urteil. Dass die "gründliche Recherche", die diesem Buch laut Harder zugrunde liegt, einige kritische Perspektiven von vornherein ausschließt, bemerkt die Autorin allerdings. Harder ist der Überzeugung: Nicht die Klimakatastrophe wird das Ende der Menschheit auf der Erde bringen, sondern Künstliche Intelligenzen, welche die Weltherrschaft an sich reißen werden. Dass viele Forschende derzeit in Frage stellen, ob KI überhaupt Bewusstsein entwickeln kann, scheint diesen Autor in seinen düsteren Prognosen nicht zu verunsichern, erklärt die Rezensentin.