Aus dem Englischen von von Michael Kellner. Seit ein mysteriöses Ereignis vor mehr als dreißig Jahren das Gebiet erschütterte, ist Area X von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Niemand weiß genau, was dahinter geschieht, aber es gibt Gerüchte von einer sich verändernden und die Reste der menschlichen Zivilisation überwuchernden Natur, einer Natur, die ebenso makellos und bezaubernd wie verstörend und bedrohlich ist. Zuständig für das Gebiet ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich "Southern Reach" nennt und den Auftrag hat, herauszufinden, was hinter der Grenze geschieht. Aber keine der Expeditionen, die 'Southern Reach' in das Gebiet entsandte, um Erklärungen für das Unerklärbare zu finden, hatte bisher Erfolg. Die meisten der Expeditionen endeten in Katastrophen, bei denen letztlich alle Mitglieder ums Leben kamen, und die Zeit, um Antworten zu finden, wird knapp, denn Area X scheint sich immer schneller auszudehnen.
Eher etwas unklar bleibt, was Tim Caspar Boehme von Jeff VanderMeers Science-Fiction-Roman über eine Expedition in ein Gebiet, dessen Flora unkontrolliert wuchert und sich verändert, eigentlich hält. Als Leser dieses konsequent aus der Ich-Perspektive einer Biologin erzählten Buchs bleibe man jedenfalls oft mit sich alleine, berichtet der Kritiker von seinem Frust. Viele Fragen bleiben offen, dafür werden nie gestellte Fragen - etwa die, welche Figuren die Expedition überleben werden - viel zu frühzeitig beantwortet. Im "Zusteuern auf eine Katastrophe" entwickelt das Buch aber dennoch seinen Reiz, schreibt Boehme, der sich bei der Lektüre - und das ist wohl als Lob zu verstehen - deutlich an Stanislaw Lems Klassiker "Die Stimme des Herrn" erinnert fühlt, gerade auch, weil es in beiden Büchern um die nicht überschreitbare Erkenntnisschwelle der Menschen vor einer profund fremden Lebensform geht.
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