Herausgegeben und mit einem Nachwort von Elvira M. Gross. A Aus dem Vertrauten geraten Protagonist und Lesende immer wieder in die Falle geschlossener Welten, aus denen es kein Entrinnen gibt. Stärker als in den Romanen sind hier Einflussgeber zu erkennen und als solche oft auch ausgewiesen - Bonaventura, H. P. Lovecraft, F. M. Dostojewski, E. A. Poe, Thomas Mann, Arno Schmidt, Jorge Luis Borges, deren Erzähltechniken Herbst aufnimmt und auf seine unverkennbare Art verwandelt. "Wölfinnen" ist der zweite Band der zweibändigen Ausgabe und versammelt alle Prosastücke Herbsts seit der Jahrtausendwende.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2020
Rezensent Oliver Jungen hält Alban Nicolai Herbsts Erzählungen für eine Bereicherung. Von einigen allzu präpotenten "Tiraden gegen die politische Korrektheit" und eine "betont männliche" Weise, in der sich der Erzähler hier und da das "weiblichen Prinzip" vornimmt, mal abgesehen, lässt sich Jungen gern auf Herbsts postmodernistische, existenzielle Prosa ein, zumal die seit den 90er Jahren entstandenen Texte laut Jungen einen "sinnlicheren, dialogsicheren, lesefreundlicheren" Stil zeigen als frühere Arbeiten. An Benn, Lovecraft, Bowles und Thomas Bernhard erinnert, taucht der Rezensent ein in eine jeweils "atmosphärische, dystopische" Virtualität, in der sich stets verschiedene Wirklichkeiten überlagern und eine stark musikalische Sprache den Leser in einen entgrenzenden Rausch befördert.
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