Jean-Marie Lustiger

Die Verheißung

Vom Alten zum Neuen Bund
Cover: Die Verheißung
Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2003
ISBN 9783936484090
Gebunden, 182 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Dominic Schubert unter Mitarbeit von Peter Paul Bornhausen. 1979 formulierte der Gemeindepfarrer Jean-Marie Lustiger Gedanken zum inneren Verhältnis von Kirche und Judentum, für deren Veröffentlichung ihm damals die Zeit noch nicht reif schien. Das Pontifikat von Johannes Paul II., der als erster Papst der Christenheit eine Synagoge besuchte und das Eis von Jahrhunderten brach, sein Besuch im Heiligen Land und seine Theologie veranlassten den inzwischen zum Kardinal der römischen Kirche erwählten Sohn polnischer Juden, seine Gedanken zu publizieren. Der Kardinal von Paris zeichnet die Person Jesus Christi in einem dramatischen Spannungsbogen als Erfüllung des mosaischen Gesetzes und bestätigt zugleich die fortdauernde göttliche Erwählung des jüdischen Volkes.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2005

Stefan Weidner wundert und ärgert sich, dass der bekannten palästinensischen Schriftstellerin Sahar Khalifa in ihrem neuesten Roman erzähltechnische Fehler unterlaufen sind, die man keinem Anfänger durchgehen ließe. Auch die Übersetzung habe viele Schlampigkeiten gedankenlos übernommen, tadelt der Rezensent. Einen Konstruktionsfehler des Romans sieht Weidner in der Anlage des männlichen Ich-Erzählers, der als wankelmütig und feige charakterisiert wird. Der Versuch, sein Leben zu begreifen, stößt darum immer wieder an die Grenzen des Darstellbaren; der Erzähler begreife sein Leben nicht, und der Leser damit auch nicht, bemerkt Weidner. Der Rezensent vermutet, dass Khalifa mit dieser Figur die selbstverschuldete palästinensische Unmündigkeit charakterisieren wollte, doch würde Khalifa diesem hohen Anspruch der literarischen Zeichnung einer gebrochenen Figur und Erzählperspektive in keiner Weise gerecht. Auch die zahllosen religiösen Anspielungen findet Weidner nur verwirrend, da sie letztlich funktionslos blieben. Es sei ja richtig, dass Literatur auch wichtige Themen transportieren müsse, wendet er ein, doch müsse zumindest der Transport gewährleistet sein und dürfe nicht unterwegs die Hälfte des Gepäcks verlieren.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2004

Der Band mit Reden und Kommentaren des Pariser Kardinals Jean-Marie Lustiger ist in jeder Hinsicht bemerkenswert, betont Jan-Heiner Tück gleich zu Anfang seiner ausführlichen Besprechung. Denn Lustiger, selbst als 14-Jähriger vom Judentum zum Katholizismus konvertiert, stärke das jüdische Erbe im Christentum, ohne den Anspruch des Evangeliums abzuschwächen. Die im ersten Teil des Bandes versammelten Kommentare zum Matthäus-Evangelium stammen eigentlich aus den 70er Jahren, doch damals, vermutet der Rezensent, war die Zeit noch nicht reif für eine Annäherung der beiden Religionen, die erst unter dem Pontifikat von Johannes Paul II vorangetrieben wurde. Nie spiele Lustiger die Thora gegen das Evangelium aus, hebt Tück hervor, die für das Christentum zentrale Bergpredigt verstehe Lustiger nicht etwa als eine Aufhebung der Gesetze des Alten Bundes, sondern einfach als andere Lesart im Streit der Interpretationen. Der zweite Teil des Buches beinhaltet Reden, die Lustiger vor jüdischen Organisationen gehalten hat, als Vertreter einer Dialogkultur, die Gemeinsamkeiten herausarbeitet, ohne strittige Fragen zu ignorieren und zu glätten. Es sei Lustiger wohl bewusst, meint Tück, dass einige seiner Positionen bei Vertretern beider Religionen Anstoß erregen könnten.
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