Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dagma Mallett und Heike Schlatterer. Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Die "schöne neue Welt" nimmt Gestalt an, und es wird höchste Zeit, ihr etwas entgegenzusetzen. Internetpionier und Cyberguru Jaron Lanier liefert eine profunde Analyse der aktuellen Trends in der Netzwerkökonomie, die sich in Richtung Totalüberwachung und Ausbeutung der Massen bewegt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2014

Jarion Lanier ist kein Kulturpessimist, sondern ein Apostat, betont Rezensent Andrian Kreye in seinem Aufmacher zu Laniers Buch "Wem gehört das Internet?". In den achtziger Jahren gehörte Lanier zu den Propheten der digitalen Utopie, er schwärmte von der Demokratisierung der Bildung, einer transparenten Politik und wissenschaftlichen Innovationen. Doch die kalifornischen Monopolisten haben die Idee des Internets pervertiert, stellt Lanier jetzt fest und Kreye findet das sehr richtig. Von den Aktivitäten der Internetnutzer profitieren inzwischen nur noch Geheimdienste und Konzerne, der Demokratie ist nicht geholfen und dem Mittelstand schon gar nicht. Beispiel Kodak: Die Firma hatte einst einen Wert von 28 Milliarden und 140.000 Mitarbeiter, dann erfand sie selbst die digitale Fotografie und ging unter. Ihr Nachfolger Instagram wurde gerade für eine Milliarde verkauft und beschäftigt ganze 13 Mitarbeiter. Diese destruktiven Mechanismen der Internetökonomie hat Lanier brillant analysiert, meint Kreye, kann aber dessen Gegenkonzept wenig abgewinnen: Laniers Vision der Umverteilung hält er für absolut weltfremd. Zeit für eine neue Generation meint er.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2014

Wer Ideologien und Interessen hinter der Netzökonomie erkennen möchte, der lese dieses Buch, empfiehlt Thomas Thiel. Zwar kann ihm selbst der frühe Selbstausbeutungskritiker Jaron Lanier nur eine unzureichende technische Lösung des Problems präsentieren, um dem Monopole befördernden Gratissystem der Netzökonomie zu entkommen. Doch die trügerische Souveränität der Facebooker, Twitterer und Googler vermag ihm der Autor ganz plausibel zu erläutern. Längen inklusive, meint Thiel, aber eben auch brillante Analysen, wenngleich über staatliche Datenmacht kaum etwas im Buch steht, wie er einräumt.
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