Mit zahlreichen Farbabbildungen. Kitzelnde Gräser, leuchtende Blumen, summende Insekten: So fühlt sich eine Sommerwiese an. Jan Haft nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise in ein wahres Naturparadies, in dem Hunderte bunter Pflanzen und bizarrer Tiere leben, deren Naturgeschichte oft noch gar nicht richtig erforscht ist. Nirgendwo sonst leben mehr Insektenarten, nirgendwo sonst herrscht eine solche Farbenpracht. Und gleichzeitig ist kein heimischer Lebensraum so sehr bedroht: Etwa ein Drittel unseres Landes war einst von blühenden Wiesen bedeckt. Heute sind es noch klägliche zwei Prozent. Das mit zahlreichen Fotos bebilderte Buch ist ein Aufruf zur Rettung der letzten Blumenwiesen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.04.2019
Wiesen sind kein Naturphänomen, lernt Rezensent Johannes Kaiser bei der Lektüre dieses Buchs, denn "eine Wiese ist auf den menschlichen Eingriff angewiesen" - sonst kommen die Büsche und die Bäume. Es kommt allerdings auf den Eingriff an, lernt Kaiser weiter: Werden Wiesen überdüngt um als bloßer Nutzraum für Tierfutter zu dienen, dann ist es aus mit der Pflanzen-, Insekten-, Vogel- und Raubtiervielfalt. Der Tierfilmer Jan Haft nimmt den Leser in diesem Buch mit auf eine höchst anregende Lektüre, versichert der Rezensent. Auch Böses lernt er, zum Beispiel über den Löwenzahn, der mit seiner Nektarproduktion andere Blumen verdrängt - und das obwohl er gar nicht auf Bestäubung angewiesen ist! Der Löwenzahn ist der einzige Profiteur der gleichgeschalteten Wiesen, so Kaiser. Aus der Lektüre folgt für ihn, dass die landwirtschaftliche Förderung umgestellt werden muss auf Ökolandbau. Nicht zuletzt lobt er die Fülle an lehr- und überraschungsreichen Anekdoten.
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