Anfang und Ende von Mozarts bekanntester Oper scheinen nicht zusammenzupassen: Haben Mozart und sein Librettist Schikaneder mitten in der Arbeit an der "Zauberflöte" kurzerhand die Handlung umgeworfen, wie viele bis heute glauben, weil im Juni 1791 ein Stück herauskam, das auf demselben Märchen basierte?
Friedenspreisträger Jan Assmann wagt eine neue Deutung der Oper im freimaurerischen und theaterwissenschaftlichen Kontext: als Mysterienreise, die Tamino von der Oberwelt der Illusionen durch verschiedene Prüfungsstationen der Unterwelt
in die Sphäre der Eingeweihten beziehungsweise Aufgeklärten führt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2019
Kritiker Laurenz Lütteken hat Jan Assmanns Deutung der "Zauberflöte" nachhaltig beeindruckt: Im Gegensatz zu den üblichen Versuchen, ihr Rätsel zu entschlüsseln, begreift Assmann die berühmte Oper hier von vornherein als Mischung aus Initiationsritual und Liebesroman, erzählt der Rezensent. Ihm hat der Autor damit verdeutlicht, dass nur der die "Zauberflöte" für disparat halte, der sich von Beginn an nicht auf diese Kombination einlasse. Mit diesem Band hat Assmann in den Augen des ehrfürchtigen Kritikers - seinem herausragenden Untersuchungsgegenstand angemessen - ein "methodisches und sprachliches Meisterstück" geschaffen.
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