Aus dem Englischen von Irmengard Gabler. Die Botschaft von James Orbinski, dem ehemaligen Präsidenten von Ärzte ohne Grenzen, ist so einfach wie eminent wichtig: Die Kriege auf der Welt müssen aufhören. Denn wo Krieg herrscht, herrscht auch unvorstellbares Leid. Bei seinen Einsätzen, u.a. in Ruanda und Somalia, wurde Orbinski Zeuge schwerster Verbrechen an der Menschlichkeit. Er verspürt eine "fast unbändige Wut", wenn er rückblickend an die Menschen denkt, die das unfassbare Unrecht geschehen ließen. Orbinski erzählt nicht nur seine faszinierende, persönliche Geschichte, von seinem Wunsch zu helfen, Arzt zu werden, seinen ersten Hilfseinsätzen und den unvorstellbaren Bedingungen in vielen Krisengebieten, sondern beleuchtet auch kritisch die Grenzen und Schwierigkeiten von Hilfsaktionen im 21. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2011
Als so unvollkommen wie notwendig lernt Andreas Eckert die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" in diesem Buch ihres früheren Präsidenten James Orbinski kennen. Wenn der Autor den Leser mitnimmt auf humanitäre Hilfseinsätze nach Somalia, Jalalabad, Kosovo und Ruanda, spürt Eckert die Grenzen dieses Tuns, die Ohnmacht, die Wut ganz unmittelbar, aber auch in den Grundsatzreflexionen Orbinskis zu Sinn und Unsinn humanitärer Hilfe. Nach der vom Autor mit drastischen Bildern vermittelten totalen Illusionslosigkeit steht zur Erleichterung des Rezensenten am Ende doch die Einsicht, dass die hier beschriebene Hilfe Sinn macht, die vielbeschworene Neutralität jedoch zugunsten einer Orientierung an demokratischen Strukturen und Gewaltfreiheit aufgegeben werden sollte.
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