Humanitäre Organisationen müssen sich heute zahlreichen Herausforderungen stellen, sich in Spannungsfeldern bewegen. Sie sind dem Risiko ausgesetzt, instrumentalisiert und politisiert zu werden, sie laufen Gefahr, unbeabsichtigt schädliche Nebeneffekte zu erzeugen, sie sehen sich im Feld mit Militärs konfrontiert, die selbst humanitäre Ambitionen hegen. Mit der Publikation "Hilfe in Not" machen Caritas Schweiz und Caritas Luxemburg auf diese Gefahren aufmerksam. Sie legen Richtlinien für ihre eigene humanitäre Hilfe fest und stellen Forderungen an die Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2005
Überaus hilfreich erscheint Rezensent Manfred Funke dieses "Vademecum für humanitäre Hilfe ohne NGO-Rivalitäten", das die Caritas Luxemburg und die Caritas Schweiz erstellt haben. Er würdigt die Arbeit der zahlreichen NGOs, kritisiert aber auch, dass es hier bei allem Idealismus oft an Disziplin, Solidarität und Selbstkritik mangelt. Oft stehen publicityträchtige Aktionen im Vordergrund. Der vorliegende Band bietet nach Ansicht Funkes Einsichten aus der Kritik am Umgang mit wahrer und wahrgenommener Not und aus dem Eingeständnis nicht nur früherer Fehler. Er lobt die "klugen Handlungsanleitungen zur Realisierung der Hilfsprojekte", die ohne "Theoriepomp" auskommen. Insgesamt kann er dieses "Kompendium aktueller und künftiger Weltkrisen" nur empfehlen.
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