Lames N. Davidson präsentiert eine Geschichte des Alltagslebens im klassischen Athen. Warum haben die Helden der Homerischen Epen keinen Fisch gegessen, und warum wurden gute Fische und Meeresfrüchte im klassischen Athen zum Luxusmenü schlechthin? Was war der Hintergrund für den fast rituellen Ablauf des Symposions im "Männerraum", was geschah, wenn die Regeln durchbrochen wurden und es zum Trinkgelage ausartete? Was für eine Rolle spielten die berühmten Hetären? Und wie hielt sich das einfache Volk von Athen schadlos?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Äußerst angeregt berichtet Uwe Walter über diese Darstellung von Sex, Ess- und Trinklust im klassischen Athen, schon weil Davidson ganz nebenbei mit der Phallozentrik Michel Foucaults aufräume: in dessen Studien zur Antike sei das Geschlechtsleben auf den bloßen Macht-Gegensatz von Penetrierenden und Penetrierten reduziert worden. Bei Davidson scheint es bunter zuzugehen. Da sei etwa von "Opsophagen" die Rede, die sich durch "rasches Verschlingen von Fisch" auszeichnen. Auch mit dem Mythos einer weitgehend homosexuellen Ausrichtung der Athener Gesellschaft breche Davidson, schreibt Walter und erläutert Davidsons Theorie vom Unterschied zwischen Hetären und Prostituierten. Walter hofft, dass dieses "vorzüglich übersetzte Buch" und "subtile Meisterwerk" für Diskussionen sorgt.
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