Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Henning Dedekind, Christina Hackenberg, Ursula Held, Hans-Peter Remmler, Karin Schuler und Violeta Topalova. Die amerikanische Tragödie: Wie die Demokraten Trump den Teppich ausgerollt haben. Zwei der angesehensten Journalisten Amerikas liefern eine Abrechnung mit einer der schicksalhaftesten Entscheidungen der amerikanischen Politikgeschichte: Joe Bidens Kandidatur zur Wiederwahl - trotz Anzeichen seines körperlichen und kognitiven Verfalls, trotz verzweifelter Bemühungen, das Ausmaß seines Zustands zu verbergen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.06.2025
Man erfährt hier viel darüber, wie Joe Biden die Kontrolle über seinen eigenen Geist und über die USA verloren hat, meint Rezensent Michael Hesse. Die Journalisten Jake Tapper und Alex Thompson haben, erfahren wir, für ihr Biden-Buch zahlreiche Interviews geführt, die meisten davon anonym und sie zeichnen das Bild eines Mannes, der bereits im Jahr 2015, noch während der Präsidentschaft Obamas, Anzeichen geistigen Verfalls zeigte. Entlang der Lektüre geht Hesse auf einige der Gründe ein, warum er dennoch von den Demokraten nicht fallen gelassen wurde: Bidens Stehaufmentalität spielte eine Rolle, aber auch das sogenannte Politbüro, das ihn gemeinsam mit seiner Frau Jill von der Außenwelt abschirmte und über Bidens wahren Zustand log. Ausführlich gehen Tapper und Thompson auf die TV-Debatte Anfang 2024 ein, die schließlich dazu führte, dass Biden seine Kandidatur aufgab. Ob Bidens Gesundheitszustand auch während seiner Amtszeit zu Problemen führte, etwa hinsichtlich des Umgangs mit dem Krieg in der Ukraine, bleibt in dem Buch laut Hesse offen. Insgesamt jedoch ist das, findet der Rezensent, ein wichtiges Buch darüber, wie einer nicht von der Macht lassen kann und deshalb alles verliert.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2025
Scharf kritisiert Claudia Franziska Brühwiler das Buch der Journalisten Jake Tapper und Alex Thompson. Die machen dem demokratischen Team um Joe Biden schwere Vorwürfe: Das sogenannte "Politbüro" habe der Öffentlichkeit die Wahrheit über Joe Bidens desolaten Gesundheitszustand vorenthalten. Detailliert vollziehen die Autoren nach, wie Bidens Stabschef und weitere Berater die Patzer des Präsidenten verheimlichten und kleindredeten, ihn selbst so sehr wie möglich abschirmten. So weit so gut, das will die Kritikerin auch überhaupt nicht anzweifeln. Auch, dass Joe Biden viel früher den Weg für Kamala Harris hätte freimachen müssen, ist für sie eine Tatsache. Nur: Tappers und Thompsons Buch ziehe den falschen Schluss, dass die Demokraten in diesem Fall sicher gewonnen hätten, was der Kritikerin zufolge nicht stimmt. Außerdem sei die Darstellung der Ereignisse plakativ und "schwarz-weiß", kritisiert Brühwiler, die wichtigen Fragen werden nicht gestellt, zum Beispiel, ob das "Politbüro" die Schwäche des Präsidenten nutzte, um seine eigene Macht zu stärken. Außerdem verfehlt es vor allem Tapper, seine eigenen Position in dieser Affäre zu reflektieren, merkt die Kritikerin an, hat der CNN-Journalist doch selbst jede Anmerkung zu Bidens Gesundheitszustand als Verschwörungstheorie abgetan. Für die Kritikerin also keine wirklich ernstzunehmende Veröffentlichung.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.05.2025
Geradezu hollywoodreif erzählen Jake Tapper und Alex Johnson in diesem Buch von Joe Bidens letzter Präsidentschaftskandidatur, staunt Rezensent Alexander Cammann. Die beiden amerikanischen Journalisten skizzieren die Gesundheitsprobleme des Ex-Präsidenten, der während seiner Amtszeit immer gebrechlicher und vor allem vergesslicher wurde und doch 2023 den Entschluss fasste, sich noch einmal zur Wahl zu stellen. Sein engster Beraterkreis sowie seine Frau Jill Biden schirmten Biden weitgehend von der Öffentlichkeit ab, regelrecht gelogen wurde oftmals im Umfeld des Präsidenten, liest der Kritiker, der hier an kommunistische Politbüros denken muss. Die Autoren haben sich mit zahlreichen, teils anonymen Zeugen im Umfeld des Präsidenten unterhalten, weiß Cammann. Insgesamt hat der Kritiker hier ein Dokument des Scheiterns des Liberalismus vor Augen, auch Bidens Würde bleibt nach der Lektüre nicht intakt. Ein beeindruckendes Buch, schließt der Rezensent.
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