Jack Kerouac

On the Road

Die Urfassung
Cover: On the Road
Rowohlt Verlag, Reinbek 2010
ISBN 9783498035501
Gebunden, 574 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach. Die Urfassung des legendären Beat-Romans, der junge Leute weltweit elektrisierte und zum Nachleben animierte - hier zum ersten Mal auf Deutsch. "Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten, die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen, die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen." Jack Kerouac

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2011

Bis 2007 hat es gedauert, bis die legendäre Ur-Fassung von Jack Kerouacs längst zum Klassiker avanciertem Buch "On the Road" im Original erschien. Nun liegt die deutsche Übersetzung von Ulrich Blumenbach vor, die der Rezensent Jürgen Brocan prinzipiell sehr lobt. Allerdings bemängelt er einige kleinere Entscheidungen, vor allem die eine oder andere zu jugendsprachlich anmutende Wendung. Und das Buch selbst? Es wird diese "neue" alte die kanonisierte Fassung nicht verdrängen, jedoch ist sie für Brocan nicht nur vergleichsweise hoch interessant. Nicht in erster Linie der nun aufgehobenen Streichungen von Klarnamen wegen, sondern als offener dahinfließender Textstrom. Gerade das weniger "Geschliffene" scheint dem Rezensenten sehr reizvoll, der die Lektüre des Buchs nur empfehlen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.02.2011

Nico Bleutge begrüßt die Urfassung von Jack Kerouacs Kultroman "On the Road", die nun, fünfzig Jahre nach der Erstveröffentlichung, erschienen ist. Kerouacs Intention, das Erregende des Lebens und die Intensität des Erlebens sprachlich zu vermitteln, ist für ihn hier tatsächlich wesentlich stärker zu spüren als in der späteren Druckfassung. An der Urfassung lässt sich in seinen Augen auch erkennen, wie viel harte Arbeit hinter dem lässigen, spontanen, angeblich direkt aus dem Leben fließenden Stil des Autors steckt. Dennoch hat Bleutge Zweifel, ob die Urfassung bei aller Intensität als Buch wirklich besser ist als die bisherige Fassung. Das Unausgegorene, die ausfransenden Geschichten, die Wiederholungen sind für ihn ebenso wenig zu übersehen wie die Längen des Texts und die vielen abgenutzten Wendungen, zu denen der Autor immer wieder greift. Das "eigentlich Schöne" an der deutschen Ausgabe ist für ihn die exzellente Übersetzung von Ulrich Blumenbach.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.12.2010

Freudig begrüßt Rezensent Frank Schäfer die Urfassung von Jack Kerouacs Roman "On the Road". Dieser Subkulturklassiker konnte nach seinen Angaben in den fünfziger Jahren nur in einer von Kerouacs Lektorin überarbeiteten und geglätteten Version erscheinen. Dass die nun vorliegende Urfassung aus dem Nachlass des Autors wesentlich ungeschliffener, rauer und auch redundanter ist, wundert Schäfer keineswegs. Sie scheint ihm zudem provokativer, tauchen hier doch einige offen homosexuelle Passagen auf, die das Buch damals sicher auf den Index gebracht hätten. Die Urfassung bezeugt in seinen Augen Kerouacs "Geistesgegenwart" und souveränes Können im Blick auf die Methode des spontanen Schreibens. Mit Lob bedenkt Schäfer nicht zuletzt die Übersetzung von Ulrich Blumenbach, der den "hektischen Drive", die Intensität und die Authentizität des Originals hervorragend ins Deutsche übertrage. Fazit des Rezensenten: ein "wunderbar schwermütiges, sehnsuchtsvolles Buch".
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