Jacek Dehnel

Lala

Roman
Cover: Lala
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783871345913
Gebunden, 350 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Sie muss eine sehr schöne Frau gewesen sein. Noch im Alter wird sie bei ihrem Spitznamen gerufen: "Lala", "Puppe". Wenn ihr Enkel Jacek ihr zuhört, tut Lala nichts lieber als zu erzählen. Von ihrem Vater, dem legendären Besitzer des ersten Autos in der Ukraine, von ihrer adeligen Mutter, die eine Ehe sausen ließ, als der Vater endlich um sie warb, und nicht zuletzt von sich selbst. Hineingeboren in die alte Welt des polnischen Landadels, erlebt Lala den Zweiten Weltkrieg, die deutsche Besatzung, den Umbruch aller Werte. Doch mit ihrem Charme und ihrer Courage gewinnt sie selbst den Respekt der deutschen Besatzungssoldaten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2008

Marta Kijowska stellt den Roman "Lala" des mit Anerkennung und Preisen bedachten Jungstars der polnischen Literaturszene, Jacek Dehnel vor, an dem sie zwar ein bisschen auszusetzen hat, den sie aber "ausgesprochen gern" gelesen hat, wie sie zugibt. Es ist die Hommage an die Großmutter, deren Geschichte der Autor in Gesprächen mit ihr erzählt, woraus sich nicht nur eine ganze Familiengeschichte fügt, sondern das 20. Jahrhundert Kontur gewinnt, so die Rezensentin beeindruckt. Die vielen Abschweifungen und Zeitsprünge findet Kijowska manchmal etwas anstrengend und mitunter hat sie den Eindruck, Zeugin eines "Erzählrituals" zu sein, das dem Ausgeschlossenen nicht ganz erschließt, wovon genau die Rede ist. Dafür bewundert Kijowska aber die überaus bildhafte Sprache des Autors, will gar seine Vergangenheit als Maler daran ablesen. Schließlich aber zeigt sie sich besonders berührt von der "Geduld, Zärtlichkeit, Nachsicht und Dankbarkeit", die aus jeder Zeile sprechen und sie hat den Roman nicht zuletzt auch als eine berührende "Chronik des menschlichen Verfalls" gelesen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2008

Erfreut zeigt sich Rezensent Ulrich M. Schmid über Jacek Dehnels "kunstvollen" Debütroman, der die Geschichte seiner Familie erzählt. Im Mittelpunkt stehe die Großmutter Lala, eine couragierte Frau, die ihrem Enkel Geschichten vom russischen Vater, vom Landhaus bei Kielce oder von der deutschen Besatzung erzählt. Der Rezensent bescheinigt Dehnel, die zahlreichen, sich wiederholenden und variierenden Erzählungen Lalas im Originalton einzufangen, so dass sich der Leser unvermittelt in der Situation des Enkels wiederfinde. Dabei spiegeln sich für ihn die großen Konflikte der Epoche in kleinen eindringlichen Geschichten wider. Schmid liest in dem Roman auch als eine "Hommage" Dehnels an seine Großmutter und die Frauen aus der älteren Generation Polens.
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