Aus dem Englischen von Monika Köpfer. Ostengland, Ende der 80er-Jahre: Die 18-jährige Hetty steht kurz vor dem Schulabschluss. Für die Zeit danach hat sie große Pläne: Sie will Literatur studieren, etwas aus ihrem Leben machen! In ihrem kleinbürgerlichen Elternhaus schlägt ihr wenig Verständnis entgegen - das gilt vor allem für ihren cholerischen Vater. Als sie erfährt, dass sie adoptiert worden ist, läuft Hetty davon. Ihr Weg führt sie nach Birmingham, wo sie ihre leiblichen Eltern finden will. Sie kommt in der Pension der exzentrischen Rose Gilpin-Jones unter. Die hilfsbereite Landlady unterstützt sie bei der Suche nach ihrer wahren Familie. Doch bald begreift Hetty: Es ist nicht wichtig, woher wir kommen, sondern wohin wir gehen wollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2023
Wer Freude an einer unterhaltsamen Bildungsgeschichte, der Dechiffrierung literarischer Zitate, und einer beispielhaft eleganten Übersetzung hat, ist bei diesem Roman des 1994 verstorbenen J. L. Carr bestens aufgehoben, findet Rezensentin Rose-Maria Gropp. Er handelt von Hetty, die in England aus kleinen Verhältnissen zur großen Literaturwissenschaftlerin aufsteigen möchte. Was man zunächst für vernachlässigenswerte Details hält, entpuppe sich, so Gropp, als ein Puzzle, das Carr zu einem Bild über die britischen Verhältnisse in den Zeiten von Maggie Thatcher zusammensetze und das, schreibt die Rezensentin, sei so sonderbar wie vergnüglich. Dass mit einiger Verspätung nun der fünfte Roman des "erzählerischen Freigeistes" auf Deutsch vorliegt, ist für Gropp eine unbedingt gute verlegerische Entscheidung.
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