Ita Heinze-Greenberg

Zuflucht im Gelobten Land

Deutsch-jüdische Künstler, Architekten und Schriftsteller in Palästina/Israel
Cover: Zuflucht im Gelobten Land
WBG Theiss, Darmstadt 2023
ISBN 9783806245660
Gebunden, 320 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Der Verleger Martin Feuchtwanger eröffnete eine Suppenküche in Tel Aviv, Max Bronstein brachte das Bauhaus nach Jerusalem und Gabriele Tergit sezierte die neue Heimat literarisch. Die Malerin Lea Grundig zählte zu den Überlebenden des Flüchtlingsschiffs "Patria". 60 000 Juden flüchteten zwischen 1933 und 1941 aus Nazi-Deutschland nach Palästina. Darunter waren Else Lasker-Schüler, Hans Jonas, Erich Mendelsohn und Martin Buber. Die Architekt:innen, Künstler:innen und Schriftsteller:innen setzten sich in ihrem kreativen Denken und Handeln auf ganz unterschiedliche Weise mit der fremden Umgebung auseinander. Ita Heinze-Greenberg hat über ein Jahrzehnt in Israel gelebt. In diesem Buch fasst sie erstmals ihre langjährigen Archivrecherchen und Interviews mit Zeitzeugen zu einer Gesamtschau zusammen, in der individuelle Schicksale und politische Katastrophen verwoben werden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.05.2024

Ein brillantes Buch, lobt der hier rezensierende, in Stuttgart lehrende Professor für Architekturtheorie Stephan Trüby. Er stellt klar, dass die Autorin, die Architekturhistorikerin Heinze-Greenberg, in ihrer Studie über Architektur und Zionismus keineswegs an postkolonial inspirierte Baugeschichte anschließt, letztere vielmehr als Schwarz-Weiß-Denken kritisiert. Sie selbst operiert durchaus auch mit dem Begriff Orientalisierung, den sie freilich Trüby zufolge für die architektonischen Bemühungen der Engländer im palästinensischen Mandatsgebiet nutzt, während die Zionisten in ihren Bemühungen, arabische Baustile adaptieren, ihrer Meinung nach historistisch operierten. Heinze-Greenberg zeichnet Auseinandersetzungen um den Wert arabischer im Gegensatz zu aus Europa importierten Baustilen nach, lernen wir, aber sie schreibt auch über den Konflikt in der jüdischen Kultur zwischen Sprache und Architektur, den im neugegründeten Staat Israel die Architektur für sich entscheidet. Sehr erhellende Thesen über das Verhältnis von Zionismus und Architektur zur Geschichte schließen an solche Gedanken an, freut sich der insgesamt sehr angetane Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2023

Rezensent Thomas Sparr liest Ita Heinze-Greenbergs gut recherchierte Geschichte deutsch-jüdischer Künstler, Schriftsteller und Architekten im jungen Israel mit Spannung. Diese Einwanderungsgeschichte im Einzelgeschichten ist für Sparr sowohl tragisch als auch heiter. Er folgt der Autorin in Kibbuze, wo ehemalige Ärzte und Anwälte 1936 Hühner züchteten und Landwirtschaft betrieben, folgt ihr zum Aufbau Tel Avivs als Symbol des Neubeginns und zu allerhand Anekdoten der "Jeckes", die die Autorin in den Archiven der Nationalbibliothek in Jerusalem aufgespürt hat.
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