Irene Sola

Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis

Roman
Cover: Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783103976038
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Katalanischen von Petra Zickmann. Alle Frauen, die in dem abgelegenen Bauernhaus in den Pyrenäen jemals geboren wurden oder gestorben sind, versammeln sich am Todestag der uralten Bernadeta zu einem Fest. Auf dem Herd schmort ein Zicklein, Wölfe heulen ums Haus, der Teufel ist nicht weit. Und man erinnert sich an einen Schwur: Nie wieder wird ein Mann dieses Haus betreten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2026

Rezensent Jobst Welge hat Respekt für die Übersetzerin Petra Zickmann, die Irene Solas register- und wendungsreiche Sprache souverän überträgt, wie er findet. Der Roman über eine Frauensippe, die auf einem katalanischen Landsitz den Tod der Matriarchin erwartet, steckt laut Welge voller Hexerei, historischer Tiefe und katalanischer Volkskultur. Die Familiengeschichte würzt die Autorin mit einer physisch sich manifestierenden Erbsünde, so dass es zu Bildern wie auf einem Gemälde von Bosch kommt, meint Welge. Über eine realistische Handlung oder Dramaturgie, auch über eine nachvollziehbare Figurenzeichnung geht das deutlich hinaus bzw. daran vorbei, findet er. Solas erzählt verspielt und kunstvoll und in der Tradition der mündlichen Volkskultur, so der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.12.2025

Irene Solas Roman ist für Rezensentin Judith von Sternburg ein Rätsel voll abgefahrener Wortschöpfungen, aber toll übersetzt. Die von Petra Zickmann laut Sternburg gekonnt vom Katalanischen ins Deutsche gebrachte Geschichte um Sterbende, plappernde Tote und Teufelspakte spielt passenderweise in einer abgelegenen Gegend, wo Wölfe Menschen und Menschen Wölfe töten, so Sternburg. Gut gefällt ihr, dass sich die Autorin jede Beurteilung und Erklärung versagt und nur erzählen will. Etwas Geduld beim Lesen kann nicht schaden, rät Sternburg

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.09.2025

Rezensentin Victoria Eglau kennt Irene Solà als eine Autorin, die immer wieder katalanische Mythen in ihren Büchern verarbeitet, so auch in diesem neuen Roman: Die alte Bäuerin Bernadeta liegt im Sterben, Solà lässt die Geschichte die Grenzen zwischen den Sphären Leben und Tod verfließen, Geister tauchen auf. Alles beginne mit Joana, die einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen habe, um an einen Mann zu kommen, dem jedoch ein Zeh fehle. Reklame geht allerdings nicht, schildert Eglau, so fehlt von nun an allen Kindern der Familie etwas. In derber Sprache schildert die Autorin ihr zufolge, wie der Aberglaube und die Mythen sich in die Familiengeschichte einschleichen, auch wenn die Figuren dabei ein wenig blass bleiben.

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