Ingomar von Kieseritzky

Da kann man nichts machen

Roman
Cover: Da kann man nichts machen
C. H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406480560
Gebunden, 270 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Randolf K. soll auf Wunsch seiner reichen Erbtante, die mit dem Verfassen von Trivialromanen ein schier unglaubliches Vermögen angesammelt hat, einen Familienroman schreiben. Natürlich gegen ein fürstliches Honorar, das ihn endlich von seinen Schulden erlösen würde. Doch wo um alles in der Welt soll man anfangen, in einer Familie wie dieser? Bei Alexander K., der an einem bis heute unbekannten Bakterium zugrunde ging, das sich in einer der zahlreichen Konservenbüchsen versteckt hielt, die er regelmäßig zu leeren pflegte? Oder am Sadomasochisten Gandolf?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.02.2002

Ein Familienroman - das funktioniert schon lang nicht mehr. Darüber sind sich Autor und Kritiker einig. Darum schreibt Kieseritzky "seinen" Familienroman denn auch "als Buch im Buch und als Dokument des Versagens", weshalb wiederum Lutz Hagestedt hellauf begeistert sein kann über diesen Roman. Kein Familienroman also. Stattdessen würdiger Teil eines von Hagestedt sehr geschätzten Oeuvres. Das liegt zum einen am enzyklopädischen Blick des Autors auf das menschlich Fragwürdige und Abgründige, zum andern, gibt uns der Rezensent zu verstehen, liegt es an seiner stilistischen Eleganz. Einen "Vermeer des Wortes" nennt Hagestedt ihn, weil Kieseritzky noch die mannigfachen organischen Unpässlichkeiten seiner Figuren (zu hohe Stuhlfrequenz z.B.) "sehr lecker und anschaulich" darbietet. Nun ja. Dass es auch anderweitig "überaus sinnlich" zugeht im Buch, versichert uns der Rezensent, und, ehrlich: "Das einzige, was an diesem Buch nicht geglückt ist, ist die Umschlaggestaltung." Was für ein Kompliment!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001

Der "englischste Humorist, den wir Deutschen haben", schwärmt Gabriele Killert von Kieseritzky, in jedem Fall sehr "sophisticated" und wegen seiner sehr ironischen, haarsträubenden, komischen Geschichten über seltsame Menschen von einem kleinen Publikum, zu dem wir Frau Killert rechnen, hoch verehrt und vom großen Lesepublikum geschmäht. Killert bricht also eine Lanze für diesen ironiefähigen Schriftsteller, der für sie nach dem Motto schreibt: "nur eine verlorene Sache kann einen Gentleman interessieren". Nachdem von Kieseritzky bereits Travestien des Bildungs-, Reise- und Liebesromans geschrieben hat, begibt er sich hier auf das Terrain des Familienromans, heißt es bei Killert, wobei der Roman im Roman natürlich tragisch und vorzeitig scheitern muss. Kieseritzkys Bücher weisen ins Humoreske und Groteske, meint Killert; lesen mag ihn, wer nicht "seine Lebensprosa" in Romanen wiederzufinden trachtet, sondern Sinn für Phantastisches und Komik hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.08.2001

Eberhard Falcke kann dem neuen Roman Kieseritzkys einiges abgewinnen: Er sei unterhaltsam, komisch und amüsant. Jedenfalls bis zur Hälfte. Dann jedoch vermisse man eine konzentrierte Hauptlinie, der Autor verzettele sich allzu sehr in seine skurrilen Typen - den Mittfünfziger Randolf von K. und seine steinreiche Tante Milly. Ein Familienroman soll Randolf auf Geheiß seiner Tante schreiben, und zwar "in der schönen Manier von Agatha Christie!" Leider versagt er, und nicht nur das: Er stirbt, und zwar ausgerechnet im Orient-Express. Da der Literatur liebende Schaffner Vicovic Randolfs Aufzeichnungen stiehlt, komme der Leser in den Genuss dieser Geschichte ...
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